Mainz - Hamburg 0:1 : Mainz bleibt Mainz

Nach einem guten Spiel verliert der FSV in letzter Minute 0:1 gegen den HSV und vergibt damit die Tabellenführung und den Bundesliga-Startrekord.

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In die Knie gezwungen: Mainz muss die erste Niederlage nach sieben Segen in Folge hinnehmen.
In die Knie gezwungen: Mainz muss die erste Niederlage nach sieben Segen in Folge hinnehmen.Foto: dapd

Sie waren nah dran, sehr nah sogar. Dann aber wurde der Höhenrausch des FSV Mainz 05 doch noch gestoppt, die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel hat in der Fußball-Bundesliga ihre erste Saisonniederlage hinnehmen müssen. Die Rheinhessen verloren ihr Heimspiel gegen den Hamburger SV 0:1 (0:0), Paolo Guerrero schoss im Stadion am Bruchweg vor 20.300 Zuschauern in der 89. Minute das Tor des Tages. Vorausgegangen war ein Fehler des Mainzer Abwehrspielers Bo Svensson. Für Mainz war es nach saisonübergreifend 13 Bundesligaspielen in Folge ohne Niederlage das erste Negativerlebnis seit April 2010. Auch der alleinige Bundesliga-Startrekord nach zuvor sieben Siegen in sieben Spielen wurde damit verpasst.

Die Mainzer Profis benötigten eine knappe halbe Stunde, ehe sie ins Spiel gefunden hatten und zu Torchancen kamen. Nach einem Ballgewinn von Linksverteidiger Christian Fuchs gegen Guy Demel und dem sehenswerten Konter über André Schürrle sowie Adam Szalai parierte Hamburgs Torwart Frank Rost den Schuss von Lewis Holtby. Sechzig Sekunden später war es wiederum Rost, der einen Schuss von Eugen Polanski zur Ecke abwehrte. Es war die beste Phase von Mainz 05 vor der Pause: Mit flinken Kurzpässen in die Schnittstellen der Abwehr setzten die Spieler von Thomas Tuchel die Gäste aus Hamburg mehrfach unter Druck. Die größte Torchance resultierte aber aus einem Konter über Holtby – wieder einmal rettete Rost, dieses Mal gegen den Ungarn Szalai.

Es war ein ausgeglichenes, unterhaltsames Spiel auf mittlerem Niveau. Beim Hamburger SV versuchte Piotr Trochowski im zentralen Mittelfeld die Stürmer Paolo Guerrero und Ruud van Nistelrooy in Szene zu setzen, was ihm allerdings selten gelang. Auffällig wurde die Mannschaft von HSV-Trainer Armin Veh zunächst nur mit Freistößen, doch Trochowski und van Nistelrooy hinterließen bei der Ausführung nur einen künstlerisch wertvollen Eindruck.

Überhaupt, van Nistelrooy: Der 34-jährige Niederländer, laut dem FSV-Coach Tuchel „noch immer einer der besten Strafraumstürmer Europas“, hatte bis zur Pause die besten Möglichkeiten, das beim Hamburger SV latent gefürchtete Mittelmaß abzuwenden und den Kontakt zum oberen Tabellendrittel nicht zu verlieren. Doch van Nistelrooy legte den Ball nach einer halben Stunde zunächst in die Arme des Mainzer Torwarts Christian Wetklo. Zwölf Minuten später lief er alleine auf Wetklo zu, legte aber den Ball unnötigerweise quer zu Zé Roberto, der aus spitzem Winkel nur den Pfosten traf. Van Nistelrooy war der auffälligste Hamburger Profi in Mainz – auch in der zweiten Halbzeit änderte sich daran nichts.

Mainz 05 hatte bereits vor der Pause einen Personalwechsel vollzogen, Radoslav Zabavnik ersetzte nach einer halben Stunde Florian Heller (Adduktorenverletzung), Veh reagierte fünfzehn Minuten später und brachte Collin Benjamin für Rechtsverteidiger Guy Demel. Dem Führungstor nahe waren nach einer Stunde beide Teams. Doch Schürrle scheiterte mit seinem Kopfball an Rost, das vermeintliche Kopfballtor von van Nistelrooy wurde wegen eines Foulspiels des Stürmers von Schiedsrichter Dr. Brych nicht anerkannt. Es blieb zunächst beim 0:0. Die Schlussphase gehörte den laufstarken Mainzern, bei denen abermals Holtby, Schürrle und Szalai ein enormes Kilometerpensum ableisteten. Doch der Ball wollte nicht ins Tor. Weder bei dem Heber von Schürrle noch bei dem Schuss von Marco Caligiuri und weiteren Chancen. Doch dann kam Guerrero.

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