Mainz - Leverkusen 1:0 : Mainz feiert, Bayer hadert

Bayer Leverkusen hat die Gunst der Stunde nicht genutzt. Durch das 0:1 in Mainz bleiben die Rheinländer Dritter in der Fußball-Bundesliga und spüren nun den heißen Atem von Schalke 04 im Nacken.

Durch das Elfmetertor von Andreas Ivanschitz gewann Mainz 05 mit 1:0 gegen Leverkusen.
Durch das Elfmetertor von Andreas Ivanschitz gewann Mainz 05 mit 1:0 gegen Leverkusen.Foto: dpa

Manuel Friedrich war völlig verdutzt. „Ich dachte, es geht um eine andere Szene“, kommentierte der Leverkusener Verteidiger nach der 0:1 (0:0)-Niederlage bei seinem Ex-Club FSV Mainz 05 die entscheidende Situation der Partie. Friedrich hatte den Ball in der 60. Minute nach einem Schuss von Bo Svensson aus kurzer Distanz an den Arm bekommen, woraufhin Schiedsrichter Florian Meyer nach Rücksprache mit seinem ersten Assistenten Holger Henschel auf Strafstoß entschied. Andreas Ivanschitz ließ sich die Chance nach einigen Diskussionen nicht entgehen und verwandelte sicher zum Siegtreffer (61. Minute).

„Das war in der Vergangenheit kein Elfmeter, heute nicht und wird auch in der Zukunft keiner sein“, schimpfte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler. Meyer blieb dagegen auch nach dem Studium der TV-Bilder bei seiner Entscheidung. Friedrich habe sich mit der Hand in Richtung Ball bewegt, sagte der FIFA-Referee.

Durch die laut Bayer-Coach Sascha Lewandowski „brutal ärgerliche“ Niederlage verpassten es die Rheinländer, aus dem Derby-Patzer von Borussia Dortmund Kapital zu schlagen und auf Platz zwei vorzurücken. Nach zuvor vier ungeschlagenen Partien stand der Champions-League-Aspirant erstmals wieder mit leeren Händen da. „Die Niederlage war unnötig, wir waren in den entscheidenden Situationen nicht kaltschnäuzig genug“, meinte Nationalspieler Andre Schürrle, der an alter Wirkungsstätte blass blieb.

Bei den Mainzern herrschte nach dem ersten Dreier nach zuvor fünf Liga-Partien ohne Sieg dagegen Erleichterung. „Das fühlt sich wahnsinnig gut an“, meinte FSV-Trainer Thomas Tuchel. Zum Strafstoß meinte der FSV-Coach, der unlängst noch behauptet hatte, sein Team leide darunter, dass die Schiedsrichter ihn ganz besonders im Auge hätten: „Den kann man geben, muss mann aber nicht.“ Die 05er mischen durch den erst zweiten Erfolg des Jahres im Kampf um die Europa-League-Plätze wieder kräftig mit.

Der 25. Spieltag in Bildern
Der FC Schalke 04 hat auch das zweite Revierderby der Saison mit 2:1 gewonnen und sich den Frust der letzten Monate von der Seele geschossen.Weitere Bilder anzeigen
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09.03.2013 19:04Der FC Schalke 04 hat auch das zweite Revierderby der Saison mit 2:1 gewonnen und sich den Frust der letzten Monate von der Seele...

Die Gastgeber fanden besser in die Partie. Bereits in der sechsten Minute tauchte Ivanschitz erstmals gefährlich vor dem Leverkusener Tor auf, wurde im letzten Moment jedoch abgeblockt. „Ich bin sehr zufrieden damit, mit welchem Vertrauen in unsere eigene Stärke wir am Anfang aufgetreten sind“, meinte Tuchel. In der zwölften Minute hatten die Gastgeber Pech, als Adam Szalai aus rund 25 Metern nur die Latte traf.

Nach rund 20 Minuten übernahmen die Gäste aber die Kontrolle über das Spiel. Stefan Kießling hätte Mitte der ersten Halbzeit für die Führung sorgen müssen: Nach einem langen Ball von Daniel Carvajal leistete sich FSV-Verteidiger Nikolce Noveski einen Blackout, so dass Kießling allein auf das Mainzer Gehäuse zulief. Der Schuss des Angreifers geriet unter strenger Beobachtung von Bundestrainer Joachim Löw aber zu harmlos. Nach dem Seitenwechsel hatte Kießling die nächste Gelegenheit, Löw von einer Nominierung für die EM-Qualifikationsspiele gegen Kasachstan zu überzeugen. Der Bayer-Stürmer scheiterte aber erneut an Christian Wetklo, nachdem er sich den Ball zunächst technisch anspruchsvoll vorgelegt hatte.

Für alle überraschend gingen die Mainzer dann nach etwas mehr als einer Stunde durch den umstrittenen Handelfmeter in Führung. Bayer drängte danach zwar noch auf den Ausgleich, zwei Minuten vor dem Ende machte Wetklo gegen Gonzalo Castro die letzte Gäste-Chance zunichte. „Wir müssen uns schon an die eigene Nase fassen“, bilanzierte Lewandowski.

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