Mainz - München 1:3 : Die Hürde genommen

Bayern München schlägt das ehemalige Überraschungsteam aus Mainz souverän mit 3:1 und geht gestärkt in die Spitzenspiele gegen Inter Mailand und Borussia Dortmund.

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Auf und davon: Thomas Müller lässt den Mainzer Eugen Polanski links liegen.
Auf und davon: Thomas Müller lässt den Mainzer Eugen Polanski links liegen.Foto: dpa

Der deutsche Rekordmeister FC Bayern München hat die Auswärtshürde Mainz 05 mit relativer Leichtigkeit genommen, in der Fußball-Bundesliga aber weiterhin 13 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund. Ungefährdet mit 3:1 (1:0) gewannen die Münchner vor 20.300 Zuschauern im Bruchwegstadion. Für die Münchner Tore sorgten Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Mario Gomez. Sami Allagui traf in der Schlussphase für die engagierte Mainzer Mannschaft. "Es war ein sehr gutes Spiel von unserer Seite", sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal. "Der Gegner hat verschiedene taktische Änderungen gemacht, aber wir haben sehr gut reagiert."

Thomas Tuchel hatte Überraschendes angekündigt ("Wir werden uns etwas einfallen lassen") – und tatsächlich bot der Mainzer Trainer zwei zumindest unerwartete Personalien in der Startelf auf: Stürmer Petar Sliskovic, 19 Jahre, und Innenverteidiger Jan Kirchhoff, 21 Jahre jung. Und dass die Außenverteidiger Christian Fuchs (rechts) und Radoslav Zabavnik (links) bis zur 20. Minute seitenverkehrt abwehrten, hatte man auch noch nicht gesehen.

Den favorisierten Bayern machte dies nichts, die Mannschaft von Trainer van Gaal setzte die Mainzer von Beginn an extrem unter Druck. Ganz anders als in der Hinrunde, als die Münchner in der heimischen Arena 1:2 verloren hatten. Ohne Franck Ribéry und Arjen Robben. Nun waren die beiden Flügelflitzer dabei, und Nationalspieler Thomas Müller nähert sich wieder seiner Bestform. Gegen soviel offensive Weltklasse war die Mainzer permanent beschäftigt. "Wenn man die vier da vorne sieht…", meinte der Mainzer Manager Christian Heidel. Gomez war natürlich in seiner Bestandsaufnahme inbegriffen.

Nach neun Minuten hatte Schweinsteiger per Kopf zum 1:0 getroffen, in Vorleistung waren Ribéry und Robben gegangen. Und bereits 60 Sekunden später hatte Müller die Chance zum 2:0. Die Bayern hatten alles im Griff, da brauchte es schon einen Faux pas von Holger Badstuber, um 05-Stürmer André Schürrle erstmals aussichtsreich in Position zu bringen (25.). Auch zwei Minuten später hatte der künftige Leverkusener das 1:1 auf dem Fuß. Es war die beste Phase der Mainzer, sie waren bis zur Pause dem Ausgleich recht nahe mit weiteren Möglichkeiten von Schürrle (30., 42.) und Sami Allagui (32.).

Was dem Team in der gesamten Rückrunde abgeht, ist eine hinlänglich brauchbare Effizienz beim Tore schießen. Und gegen die abgezockte Souveränität, individuelle Klasse und Ballsicherheit der Bayern in weiten Teilen des Spiels waren sie letztlich machtlos. In der 50. Minute sorgte Müller mit dem 2:0 für die Entscheidung, der letzte Funken Hoffnung erlosch bei den Mainzer Profis nach dem 3:0 von Gomez (77.). Es war das 18. Saisontor des Nationalstürmers.

Der Rest war Schaulaufen vor der Champions-League-Partie am nächsten Mittwoch bei Inter Mailand. Die Mainzer waren weiterhin gut im Spiel, und es passte ins Bild, dass mit Allagui der auffälligste 05-Profi zum 1:3 (84.) erfolgreich war. Nur ein Sieg in der Rückrunde für Mainz 05 (in Kaiserslautern), nur mehr Platz fünf – eine Krise sieht Manager Heidel trotzdem nicht. "Es kommen auch wieder andere Phasen."

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