Mainz - Schalke 2:2 : Schalke wehrt sich wieder

Beim 2:2 in Mainz kommt Schalke 04 zweimal zurück. Michel Bastos erzielte beide Treffer für die Gäste, die vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am kommenden Mittwoch bei Galatasaray Istanbul ein Lebenszeichen von sich geben.

Hohe Ballkunst. Der Schalker Michel Bastos (vorn) und der Mainzer Diaz in einem insgesamt recht turbulenten Spiel.
Hohe Ballkunst. Der Schalker Michel Bastos (vorn) und der Mainzer Diaz in einem insgesamt recht turbulenten Spiel.Foto: REUTERS

Mainz - Wäre alles schiefgegangen, wären die Mainzer sogar mit einer Niederlage vom Feld gegangen. Aber Julian Draxler verließ wenige Augenblicke lang der Mut – und der Schalker spielte den Ball nach einem Konter lieber unkontrolliert ab, als selbst zu verwandeln. Und so blieb es beim 2:2 zwischen Mainz 05 und dem FC Schalke 04, das die Rheinhessen eher als Niederlage einstuften.

„Ich bin total zufrieden mit dem Spiel meiner Mannschaft, mit dem Ergebnis ist bei uns keiner zufrieden“, sagte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel. Seine Mannschaft hatte die Schalker über weite Strecken im Griff und es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sie in der zweiten Hälfte den dritten oder vierten Treffer erzielen würden. Andreas Ivanschitz hatte Mainz nach 27 Minuten in Führung geschossen, die der Schalker Michel Bastos nach 41 Minuten ausgleichen konnte. Zdenek Pospech stellte den Abstand nach 63 Minuten wieder her. Und dann vergaben die Mainzer gleich fünf hochkarätige Tormöglichkeiten. Erneut Bastos schoss den erlösenden Treffer der Schalker acht Minuten vor dem Ende. „Es ist ein Wahnsinn, dass wir dieses Spiel nicht gewonnen haben“, nörgelte Ivanschitz.

Die Schalker nahmen die Gelegenheit wahr, das Ergebnis nach den trostlosen Vorwochen als Aufwärtstrend zu bewerten. „Wir haben zwar noch viele Fehler gemacht, aber wir sollten das Positive aus diesem Spiel mitnehmen“, sagte Horst Heldt. Der Manager fand vor allem lobende Worte dafür, dass sich die Mannschaft „nicht aufgegeben hat, so wie gegen die Bayern“. Dass Heldt solche Aspekte herausgreifen muss, zeigt deutlich, wie tief die Krise ist, in der sich die Schalker weiterhin befinden. Doch immerhin hatten die Königsblauen zwei Rückstände egalisiert und Kampfgeist an den Tag gelegt, der zuletzt so vermisst wurde.

Winterzugang Michel Bastos erzielte zudem gleich zwei Treffer, womit er nachwies, dass er eine Verstärkung ist. Drei Treffer des Brasilianers in drei Partien sind eine hervorragende Bilanz. Doch vor allem die Abwehr bleibt das zentrale Problem der Schalker. Die Mainzer hatten ihr Spiel vor allem über ihre rechte Seite angelegt und damit wollten sie Verteidiger Christian Fuchs, den sie offenbar als großen Schwachpunkt ausgemacht hatten, permanent unter Druck setzen. Dieser Plan sollte auch aufgehen, weil beide Treffer der Mainzer nach verlorenen Zweikämpfen des Österreichers fielen. Und da auch die Innenverteidigung um Joel Matip und Benedikt Höwedes vor allem mit sich selbst zu tun hatte, konnte auch sie nicht unterstützend eingreifen.

„Während des Spiels habe ich gedacht: das ist der Unterschied. Während die Mainzer aggressiv verteidigen, sind wir oft zu lethargisch“, sagte Timo Hildebrand. „Da müssen wir noch hinkommen.“ Der Schalker Torhüter hatte seine Mannschaft vor einer Niederlage bewahrt. Einen größeren Lichtblick hatten die Schalker aber doch noch zu verzeichnen. Der 17 Jahre alte Max Meyer gab sein Debüt und bereitete nach seiner Einwechslung das 2:2 vor. „Wir sind froh, dass ein so großes Talent bei uns spielt“, sagte Schalkes Trainer Jens Keller, der zumindest bis zum Mittwoch, wenn die Schalker im Champions-League-Achtelfinale bei Galatasaray Istanbul antreten, ein wenig mehr Ruhe haben wird.

Der Punktgewinn dürfte dafür sorgen, dass die Kritik am 42-Jährigen für ein paar Tage verstummen wird. Ausgestanden hat er die Diskussionen wohl noch lange nicht. „Wir können ein bisschen erhobenen Hauptes nach Hause fahren“, sagte Jermaine Jones. Eine treffendere Formulierung aus Sicht der Schalker Mannschaft hätte man wohl kaum finden können. Jörg Strohschein

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