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Mainz - Schalke 2:4 : Plötzlich ist es Liebe

Der Spanier Raul bleibt beim FC Schalke 04 und gewinnt mit seinem Verein trotz eines 0:2-Rückstands zur Halbzeit noch mit 4:2

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Joel Matips (r.) Treffer zum 3:2 brachte die Schalker trotz eines 0:2-Rückstandes spät auf die Siegerstraße.
Joel Matips (r.) Treffer zum 3:2 brachte die Schalker trotz eines 0:2-Rückstandes spät auf die Siegerstraße.Foto: rtr

Als sich die Schalker Fans unter den 34.000 Zuschauern der erstmals ausverkauften Mainzer Arena näherten, hatte sich die Kunde bereits herumgesprochen. „Raúl, Raúl, Raúl…“ Dass der 34-jährige Angreifer mit der Trikotnummer 7 seinen Vertrag in Gelsenkirchen bis zum Saisonende zu erfüllen gedenkt, war am Morgen von der spanischen Nachrichtenagentur EFE gemeldet worden. Raúl hatte eine Anfrage der Blackburn Rovers abgelehnt, zudem sollen Paris St. Germain sowie der FC Malaga Interesse bekundet haben. Dass der Spanier die Europa-League-Reise von Schalke 04 nach Helsinki (0:2) nicht angetreten hatte, sorgte für weitere Spekulationen. Die Begründung, wonach Raúl nicht auf Kunstrasen spielen könne, bediente eher das Comedy-Genre.

Nun betont Raúl, dass er mit Schalke-Trainer Ralf Rangnick keine Probleme habe, das Verhältnis sei „gut, korrekt und professionell“. Ende der Debatte? Man wird sehen. „Meine Frau und meine Kinder sind völlig in das Leben in Deutschland integriert. Und in der Bundesliga zu sein, macht mich stolz“, sagt Raúl.

Dass sich der alternde Star beim 4:2 (0:2)-Sieg in Mainz in der Startelf befand, war ebenso wenig eine Überraschung wie der herzliche Empfang für Lewis Holtby, der in neuem Trikot in seine vormalige Heimspielstätte zurückkehrte. Linksverteidiger Christian Fuchs hingegen, noch ein früherer Mainzer, bekam das lauteste Pfeifkonzert auf die Ohren, das die 05-Fans jemals gegeben hatten. Fuchs hatte im Frühjahr bei Cheftrainer Thomas Tuchel im Wort gestanden, in Mainz zu verlängern – streifte dann aber im Rahmen einer erklecklichen Gehaltserhöhung das Schalker Leibchen über.

Und nicht nur Holtby und Fuchs dürften überrascht gewesen sein vom Mainzer Hochgeschwindigkeits-Frühstart. Nach acht Minuten schoss Spielmacher Andreas Ivanschitz zum 1:0 ein, der Österreicher stand punktgenau am zweiten Pfosten, wohin der Freistoß von Zoltán Stieber gegangen war. Ein Fehler von Ralf Fährmann leitete das 2:0 ein. Der Schalker Torwart ließ den 25-Meter-Schuss von Sami Allagui abprallen, Elkin Soto setzte nach und vollendete. Wie Mainz 05 die torgefährlichen Räume dominierte, war beeindruckend; Schalke 04 enttäuschte. Und als die blau-weißen Fans kurz vor der Pause ihren Unmut artikulierten bereits „Wir wollen euch kämpfen sehen“ riefen, hatte Mainz noch zwei weitere gute Torchancen vergeben (Ivanschitz, 15./Allagui, 44.) gehabt.

In der zweiten Halbzeit nahm auch Schalke 04 aktiv am Geschehen teil. Und wie. Mit den eingewechselten Jefferson Farfán und Julian Draxler und mit dem schnellen Anschlusstor von Klaas Jan Huntelaar. Die Vorarbeit hatten Raúl und Holtby geleistet. Weiteren Auftrieb verschaffte dem Rangnick-Team das 2:2 – ein Kopfball von Benedikt Höwedes nach einem Eckball Farfáns. Die Mainzer Leichtigkeit war weg, was bis zum Schlusspfiff blieb, war harte Arbeit. Auch gegen Farfán, der sich auf der rechten Seite immer mehr in den Vordergrund spielte. Eugen Polanski hatte die erneute Führung auf dem Fuß, doch sein Weitschuss ging an den Pfosten. Joel Matip stellte mit dem 3:2 die erste Halbzeit dann komplett auf den Kopf. Nach der Ecke von Farfán herrschte Konfusion in der Mainzer Abwehr, Matip hatte leichtes Spiel. Fuchs traf per Freistoß schließlich noch zum 4:2. Die erste Saisonniederlage für Mainz 05 war perfekt, bei Schalke 04 dürfte nun Ruhe einkehren.

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