Mainzer Erfolg : Siege nach Planwirtschaft

Der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga hat, was viele gerne hätten: Thomas Tuchel und den Matchplan. Ein Rückblick auf acht Siege in neun Spielen und den Einfluss des Mainzer Trainers.

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Steckt hinter dem geplanten Mainzer Ballzauber: Trainer Thomas Tuchel.
Steckt hinter dem geplanten Mainzer Ballzauber: Trainer Thomas Tuchel.Foto: dapd

22. August: 2:0 gegen Stuttgart

Eigentlich bevorzugt Thomas Tuchel das Spiel mit einem Stürmer. Weil er aber bei den Stuttgartern viel Raum zwischen Abwehr und Mittelfeld ausgemacht hat, verdoppelt er sein Angriffspersonal. Der aus Bochum gekommene Lewis Holtby hat viel Spaß an den vom VfB gewährten Freiräumen. Als schöne Fußnote vermerkt der Spielbericht, dass die neuen Stürmer Sami Allagui und Morten Rasmussen beide Tore schießen. Das Mainzer Nachwuchstalent André Schürrle, angeblich von Manchester United umworben, wird nicht mal eingewechselt.

28. August: 4:3 in Wolfsburg

Beim ersten Auswärtsspiel macht Tuchel, was er seitdem nicht mehr gemacht hat: Er bietet exakt dieselbe Mannschaft auf wie im vorherigen Spiel. Nach einer halben Stunde führt Wolfsburg 3:0, aber Rasmussen gelingt noch vor der Pause das erste Mainzer Tor. In der Kabine behauptet Tuchel, ,„dass wir hier noch gewinnen können“. Elkin Soto und die eingewechselten André Schürrle und Adam Szalai bestätigen ihn mit ihren Toren.

12. September: 2:1 gegen Kaiserslautern

Kaiserslautern ist wie Mainz mit zwei Siegen gestartet und hat in der Woche zuvor den FC Bayern München geschlagen. Zur Pause führt der Aufsteiger 1:0, und Tuchel schimpft über „schlampiges Passspiel und schlechte Positionswechsel“. Zur zweiten Halbzeit bringt er den schnellen Schürrle, der wie auf Bestellung das Mainzer Siegtor erzielt.

18. September: 2:0 in Bremen

Vier neue Spieler stehen in der Mainzer Startformationen, unter ihnen der aus Nürnberg gekommene Marcel Risse, der zuvor beim Sieg über Kaiserslautern nicht einmal auf der Tribüne gesessen hatte. Risse bedankt sich auf seine Weise. Nach torloser erster Halbzeit schießt er seine Mannschaft erst in Führung und bereitet dann auch noch das finale 2:0 vor, erzielt wird es vom abermals eingewechselten Schürrle.

21. September: 2:0 gegen Köln

Diesmal bietet Tuchel gleich fünf Neue auf. Das Spiel ist eine einseitige Angelegenheit, aber Tore wollen zunächst nicht fallen. Also wechselt Tuchel nach einer Stunde den erstmals auf die Bank versetzten Holtby für den entkräfteten Schürrle ein, und wieder erzielt er damit den gewünschten Erfolg. Nacht acht Minuten gelingt dem Joker das 1:0, kurz vor Schluss schießt er auch das zweite Tor.

25. September: 2:1 in München

Wieder treten die Mainzer mit fünf Neuen an, und wieder hat ihr Trainer sich etwas Neues ausgedacht. Das Spiel beginnt mit Mainzer Angriffswirbel und einem wunderschönen Führungstor, erzielt von Allagui. Danach dürfen sich die Bayern zwar eines vermehrten Ballbesitzes erfreuen, doch sie finden gegen die perfekt organisierte Defensivarbeit einfach keine Räume. Die Mainzer lassen sich auch von Bo Svenssons Eigentor nicht irritieren und schaffen durch Szalai den Siegtreffer. Die Vorlage kommt vom, natürlich, eingewechselten Schürrle.

2. Oktober: 4:2 gegen Hoffenheim

Bundestrainer Joachim Löw kommt nach Mainz, um sich ein Bild zu machen von Schürrle und Holtby. Es wird ein lohnender Besuch. Holtby bereitet das 1:0 mit grandiosem Pass vor, beim 3:1 provoziert er ein Eigentor von Luis Gustavo, vor dem 4:2 wird er elfmeterreif gefoult. Schürrle wird mal wieder eingewechselt und darf den Elfmeter zum finalen vierten Tor verwandeln.

24. Oktober: 1:0 in Leverkusen

Nach dem unglücklichen 1:0 gegen den Hamburger SV wähnt die Bundesliga den Mainzer Spuk für beendet. Es wird zwar eines der unauffälligeren Spiele, aber das ist später kein Thema, nachdem der Sieg mal wieder von der Bank kommt. Tuchel schickt in Minute 68 André Schürrle und Andreas Ivanschitz auf den Platz. Das erste Zusammenspiel der beiden zeitigt das Siegtor. Der Spuk geht weiter.

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