Sport : Makelele esta enfermo! Comment?

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Helmut Schümann über Sprachprobleme zwischen Madrid und Paris

Dass Real Madrid kein Zirkus ist, haben wir nun unlängst in dieser Zeitung aus dem Munde von Sportdirektor Jorge Valdano gelernt. Es sei aber trotzdem dahingestellt, ob nicht doch. Zumindest haben sie dort lustige Menschen unter Vertrag, Claude Makelele zum Beispiel, einen Franzosen, Nationalspieler und Real bislang 1,5 Millionen Euro im Jahr Gage wert. Das reicht eigentlich, sagen wir, einem kleinen französischen Bergdorf fürs Jahresbudget, Monsieur Makelele aber nicht. Monsieur möchten nach London umsiedeln, wo das Leben etwas teurer ist und schon geraume Zeit ein Russe namens Abramowitsch Geld druckt und im Namen des FC Chelsea unters Fußball spielende Volk verteilt. Drei Millionen Euro hatte er Makelele einmal geboten, inzwischen will er Makelele aber nicht mehr haben, Makelele aber trotzdem weg aus Madrid. Was tun?

Makelele hat zunächst einmal das Training bestreikt, Reals Räder damit aber nicht zum Stillstand gebracht. Real nämlich hat den Spieler wegen „leichter emotionaler Störungen“ krankgeschrieben, mutmaßlich in einem Anfall stärkerer emotionaler Störungen. Sodann ist Monsieur Makelele in das Quartier der französischen Nationalmannschaft in die Schweiz gereist, was nun das halbamtlichen Sportblatt „Marca“ auf die Zinne trieb: „Makelele macht sich über Real lustig.“ Was besonders gravierend wirkt, da die Liste, so hat es „El Mundo“ formuliert, von Makeleles „Disziplinarvergehen mehr Seiten als die Bibel“ hat. Kommen noch alle mit? Emotional und geistig?

Nun droht Valdano, den Mittelfeldakteur, im Übrigen nicht gerade die große Nummer neben Zidane und Figo und Beckham, bis zum Vertragsende 2006 sperren zu lassen. Makelele weiß indes den französischen Nationaltrainer Jacques Santini auf seiner Seite, der wohl die Krankschreibung erhalten hatte, sie aber nach eigener Aussage nicht lesen konnte. „Die Mitteilung, die wir von Real erhalten haben, war auf Spanisch. Und jetzt in den Sommerferien findet man keinen Übersetzer“, sagte er. Der Franzose als solcher gilt ja nicht gerade als fremdsprachenwillig, hilfreiche Übersetzer aber sind gerade in den Sommerferien so rar wie der Sand am Meer und nun grübeln die Franzosen, was das heißen könnte: Señor Makelele esta enfermo. Das haben sie nun von der Globalisierung des Fußballs. Nichts wie Ärger, jede Menge emotionaler Störungen, ein Zirkus sondersgleichen, da kann Valdano behaupten, was er will.

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