Sport : Mal offensiv, mal defensiv

Der 19-jährige Constantin Braun ist bei den Eisbären vielseitig einsetzbar

Katrin Schulze

Berlin – Constantin Braun wollte es nicht wahrhaben. Er schlitterte vom Eis im Berliner Sportforum und schüttelte den Kopf. Gerade hatten die Eisbären 4:5 nach Verlängerung gegen die Frankfurt Lions verloren und damit wieder ihre Tabellenführung an Nürnberg abgegeben. Es war bereits die siebte Niederlage im Januar: Es scheint, als sehnten die Berliner die Pause der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nach dem heutigen Spiel in Krefeld (Beginn 19.30 Uhr) herbei. „Die Pause ist sehr wichtig für uns, denn dadurch können wir den Kopf freikriegen“, sagt Braun. „Und danach wieder voll durchstarten.“

Für Braun selbst könnte es wohl auch ohne Unterbrechung weitergehen. „Mit 19 Jahren schon so viel zu spielen, ist wirklich unglaublich“, findet Braun. Sein Trainer Don Jackson hat viel Vertrauen in das Talent. Er setzt den gelernten Stürmer mal in der Offensive und – wie am Sonntag – mal in der Defensive ein, weil „seine Pässe meistens ankommen und er den Puck nur selten verliert“. Auf so einen Typen komme es in wichtigen Situationen an, findet Jackson. Über das Lob freut sich Braun, der auf dem Eis immer ein wenig behäbig wirkt: „Ich rutsche immer da rein, wo es gerade nicht so läuft. Das gefällt mir.“ Dass der Berliner Trainer so viel von dem 1,90 Meter großen Mann hält, verwundert kaum. Schließlich erinnert seine große, kräftige Statur verdächtig an Jackson. Der ehemalige Verteidiger war auch ein eher robuster Spielertyp.

Obwohl Brauns Statistiken mit drei Toren und fünf Vorlagen in dieser Saison nicht gerade herausragend sind, lässt ihn Jackson auch schon Mal als Mittelstürmer in der ersten Reihe auflaufen. Diese Rolle kennt der gebürtige Hesse sonst nur aus der U-20-Nationalmannschaft, zu deren Aufstieg in die A-Gruppe er mit vier Toren beitrug und „damit eine Führungsrolle übernehmen“ konnte, wie er selbst sagt. Bei den Eisbären kann er diese mit seinen 19 Jahren naturgemäß noch nicht innehaben.

Trotzdem sind seine Ambitionen jetzt schon groß: Vergangenen Sommer nahm Braun bereits das zweite Mal an einem Lehrgang der Los Angeles Kings teil, die sich die Rechte an ihm gesichert haben. Dort konnte er sich bereits ein Bild vom nordamerikanischen Profisport verschaffen. Denn natürlich zieht es ihn in die nordamerikanische Profiliga NHL. „Aber erst nach der nächsten Saison“, sagt Braun. „Vorher möchte ich mit den Eisbären noch in die neue Arena umziehen.“

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