Sport : Mal wieder Petric

Hamburg besiegt Cottbus in letzter Sekunde 2:1

Karsten Doneck

Cottbus - Um die eigene Mannschaft zu motivieren, reden Trainer schon mal den nächsten Gegner über Gebühr stark. Bojan Prasnikar macht da keine Ausnahme. „Der HSV ist zur Zeit die beste Mannschaft Deutschlands“, hatte also der Trainer des Fußball-Bundesligisten Energie Cottbus munter geschwärmt. Diese These konnten die Hamburger gestern in der Praxis aber nicht nachhaltig untermauern. Sicher, sie gewannen 2:1 (0:0). Sicher, sie bleiben Tabellenführer. Aber die beste Mannschaft Deutschlands? Dafür war der Auftritt der Norddeutschen vor 17 007 Zuschauern im Stadion der Freundschaft zumindest in der ersten Halbzeit doch ein bisschen zu flau.

Aber die Hamburger haben die Leute, die den Unterschied ausmachen zu Cottbus. Mladen Petric zum Beispiel. Der schießt seine Tore mit einer die Gegner beängstigenden Regelmäßigkeit. Als in Cottbus schon alles auf ein 1:1 als Endstand hinauslief und die letzte Minute begann, wuchtete dieser Petric bei einer von Piotr Trochowski geschlagenen Ecke den Ball mit dem Kopf ins Tor – die Entscheidung zugunsten der Hamburger.

Selbst der sonst so sachliche HSV-Trainer Martin Jol rang sich ein Lächeln ab. Energie-Torwart Gerhard Tremmel hingegen schimpfte: „Das darf nicht passieren, schon gar nicht in letzter Minute.“ Vergessen war bei den Hamburgern in diesem Moment, dass der Mannschaft in der ersten Hälfte gegen kompakt stehende und eifrig arbeitende Cottbuser kaum Konstruktives eingefallen war. Jol sagte zwar: „Wir waren klar besser, normalerweise musst du so ein Spiel 2:0, 3:0 gewinnen“, aber der erste Teil dieser Aussage traf allenfalls für eine etwas längere Phase nach der Pause zu. In der erzielte Ivica Olic die verdiente 1:0-Führung. „Wir haben zu Beginn der zweiten Halbzeit eine kleine Krise gehabt“, sagte Prasnikar. In dieser Phase vergab Jerome Boateng die Chance zum 2:0 für den HSV.

Doch Energie raffte sich noch auf, und Branko Jelic gelang der Ausgleich. „Ein Unentschieden wäre für uns auch keine Katastrophe gewesen“, sagte Jol gönnerhaft. Doch da war ja noch Mladen Petric.

Bei allem Glück mit dem späten Tor hatte der HSV aber auch Pech: Kurz nach Beginn schied Thimothee Atouba verletzt aus, wurde durch Marcell Jansen ersetzt, den seinerseits kurz nach der Pause das gleiche Malheur ereilte und der möglicherweise der Nationalmannschaft nicht zur Verfügung steht. Bei beiden Profis besteht der Verdacht auf Muskelfaserriss im Oberschenkel. Beide sind Linksverteidiger. So hat der HSV als Tabellenführer nun vielleicht doch eine Problemzone. Karsten Doneck

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