Sport : „Man traut uns was zu“

Frank Pagelsdorf über Hansa Rostocks Ambitionen

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Herr Pagelsdorf, heute kann Hansa Rostock Platz eins in der Zweiten Liga zurückerobern. Besteht die Gefahr, dass Ihre Spieler den Abstiegskandidaten Kickers Offenbach unterschätzen?

Nein. Gerade gegen Offenbach haben wir in der vergangenen Saison schlechte Erfahrungen gemacht. Sowohl das Liga- als auch das Pokalspiel gingen daheim verloren. Deshalb werden wir die Offenbacher sehr ernst nehmen.

In Burghausen hat sich Hansa vor einer Woche mit einem 1:0-Sieg erstmals seit 1995 wieder an die Spitze der Zweiten Liga gesetzt. Was hat Ihnen das bedeutet?

Nicht allzu viel. Für mich ist die Zahl der gewonnenen Punkte entscheidend. Mit 17 Punkten nach sieben Spielen sind wir gut dabei. Unabhängig davon war ich mit der spielerischen Leistung in Burghausen nicht zufrieden.

Vor der Saison wollten Sie nur unter die ersten acht der Tabelle. Haben Sie dieses Ziel inzwischen korrigiert?

Ja. Nun wollen wir bis zur Winterpause zu den sechs besten Teams gehören, um uns so für die Rückrunde eine gute Ausgangsposition zu schaffen.

Angreifer Enrico Kern hat fünf Tore geschossen, und immer hat Hansa 1:0 gewonnen. Ist er Ihr einziger Erfolgsgarant?

Nein. Im Vergleich zur letzten Saison ist das Team viel ausgeglichener besetzt. Auf fast jeder Position gibt es Alternativen.

Ihre Mannschaft wird als Minimalistenteam bezeichnet, weil sie in sieben Spielen erst neun Tore erzielt hat.

Das stört mich nicht. Das ist eher ein Kompliment für uns. Anscheinend traut man uns sogar noch Steigerungspotenzial zu.

Der deutsche Fußball wird derzeit von rassistischen Vorfällen überschattet. Solchen Tendenzen wird am Wochenende symbolisch die Rote Karte gezeigt. Können solche Aktionen etwas bewirken?

Alle Klubs sind gefragt, gemeinsam mit dem DFB und der DFL eine Lösung zu finden. Geldstrafen halte ich für den falschen Weg, weil die Vereine dann auf sich allein gestellt sind.

Das Gespräch führte Matthias Koch.

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