Sport : Manager Uli Hoeneß spricht bereits vom Meistertitel

Mit einer überzeugenden Vorstellung gegen Eintracht Frankfurt leitete der FC Bayern die Feierlichkeiten ein. "Ich bin sehr zufrieden, dass wir zum 100-jährigen Jubiläum unseren Beitrag geleistet haben", frohlockte Ottmar Hitzfeld nach dem 4:1 (1:0)-Sieg gegen die abstiegsbedrohten Hessen. Bei der Fan-Party am Sonnabend und dem offiziellen Festakt am Sonntag ließen sich die Profis aber nur kurz sehen, denn alle Konzentration gilt dem Top-Spiel am Dienstag bei Real Madrid. "Die Mannschaft entwickelt ganz großen Ehrgeiz. Sie freut sich auf die Champions League. Wir haben uns hohe Ziele gesetzt", verbreitete Hitzfeld Zuversicht.

Ein Ziel, der Gewinn der deutschen Meisterschaft, ist für Uli Hoeneß nach dem 650. Bundesligasieg bereits erreicht. "Unsere Mannschaft ist in einer Superform. Wir haben sechs Punkte Vorsprung, ich denke, das reicht", sagte der Bayern-Manager an die Adresse seines Lieblingsgegners Christoph Daum, wobei Hoeneß in seine Rechnung das um 17 Treffer bessere Torverhältnis der Münchner (49 Punkte) im Vergleich zu Bayer Leverkusen (44 Zähler) mit einbezog.

Der dritte 4:1-Sieg im dritten Heimspiel nach der Winterpause ließ das bajuwarische Selbstbewusstsein weiter wachsen. Als unbegründet erwies sich vor 45 000 Zuschauern im Olympiastadion die Sorge von Franz Beckenbauer, zwischen dem Länderspiel gegen die Niederlande und dem Höhepunkt in Madrid könnten die Meister-Kicker nachlässig zu Werke gehen. Auch Hitzfelds Luxus, Leistungsträger wie Matthäus, Elber, Scholl und Lizarazu für Real zu schonen, führte nicht zu einer Betriebsstörung, zumal einzig und allein Thomas Reichenberger eine der zahlreichen Eintracht-Torchancen zum 1:2 verwertete (50.).

"Wenn wir nach Madrid fliegen, haben wir zwei Möglichkeiten, Unentschieden spielen oder gewinnen", verkündete Paulo Sergio. Der Brasilianer erzielte das 2:0 (46./Foulelfmeter), sein Landsmann Giovane Elber besorgte mit seinem ebenfalls neunten Saisontor den 4:1-Schlusspunkt (85.). Bayern-Mann des Tages aber war Alexander Zickler: Nach bislang drei Treffern als Einwechselspieler bewies "Zico" zwei Tage vor seinem 26. Geburtstag mit seinen Saisontoren vier und fünf (34./63.), dass er nicht nur zum Edeljoker taugt. Sein sehenswerter Fallrückzieher zum 1:0 versetzte sogar Beckenbauer in Staunen. "Das hätte ich ihm nicht zugetraut. Aber das kommt davon, wenn man mit Brasilianern zusammen trainiert", meinte Beckenbauer.

Hoeneß preschte auch beim Kommentar zu Zickler voran und empfahl diesen flugs für höhere Aufgaben: "Wenn er diese Form über mehrere Spiele konserviert und man an den letzten Mittwoch denkt, muss man Vorschläge machen."

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