Sport : Managers Mondfahrt

Die Meisterfeier haben die SCC-Volleyballer noch nicht geplant

Karsten Doneck

Berlin. Nichts ist vorbereitet. Keine Champagnerflaschen, kein leckeres Büffet. Doch dass die Spieler des SC Charlottenburg am Ostersonntag in Wuppertal nach dem möglichen Gewinn der deutschen Volleyball-Meisterschaft ohne zünftige Feier von dannen ziehen, ist unwahrscheinlich. „Wir würden ganz spontan etwas organisieren, notfalls auch auf dem Mond“, sagt Kaweh Niroomand, der Manager. Niroomands Mondfahrt muss allerdings hart erarbeitet werden: In der Play-off-Serie Best of five führt der SCC erst mit 1:0 und muss jetzt zweimal in der Fremde antreten. Doch der 3:0-Erfolg im ersten Endspiel gegen Bayer Wuppertal gelang derart überzeugend, dass niemand überrascht wäre, wenn der SCC mit Siegen heute und morgen in Wuppertal den Titelgewinn schon perfekt machen würde.

Niroomand bleibt da zurückhaltender. „Es ist auch eine gefährliche Situation. Jeder sieht uns jetzt schon als Meister. Ich gehe davon aus, dass sich Wuppertal nicht noch mal so von uns überfahren lässt“, sagt er. Dass die Voraussetzungen für die Charlottenburger günstiger kaum sein können, mag aber auch der Manager nicht abstreiten. „Wichtig war, das erste Spiel zu gewinnen, schon unter strategischen Gesichtspunkten. Dadurch haben wir in einem vierten oder fünften Spiel auf jeden Fall Heimvorteil.“ Am 26. und 27. April würden diese Play-off-Spiele stattfinden – sofern sie noch notwendig sind. Bayer Wuppertal wirkte in Berlin so, als hätten die Spieler nach ihrem sensationellen Halbfinalsieg über den VfB Friedrichshafen einen Besuch im Sauerstoffzelt verordnet bekommen, darauf aber verzichtet. Derart ausgebrannt und platt hat sich in dieser Saison noch kein Gegner mit dem SCC eingelassen, der seinerseits meisterlich auftrumpfte. Vielleicht steht in Wuppertal beim SCC auch wieder Eugen Bakumovski auf dem Feld. Der Außenangreifer hatte sich im ersten Satz der ersten Play-off-Partie ein Band im Knöchel eingerissen. Physiotherapeut Somnath Chakraborty hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, Bakumovski so weit fit zu bekommen, dass er mit einem Tapeverband dabei sein kann.

Das Ausscheiden der zuvor übermächtig scheinenden Friedrichshafener wird inzwischen in Volleyball-Kreisen vielfach nur als Ausrutscher gewertet, peinlich zwar, aber nicht mehr. Es heißt, das beste deutsche Team stelle nach wie vor der VfB, wer jetzt den Titel hole, sei ein „Meister zweiter Klasse“. Niroomand reagiert darauf mit Kopfschütteln. „Der VfB hat nicht mehr die Stärke früherer Jahre, und wir haben ein Stück aufgeholt.“ Und in Wuppertal will der SCC nun möglichst schnell auf die Überholspur.

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