Manasseh Ishiaku : Respekt erspielt

Der Nigerianer Ishiaku empfiehlt sich in Duisburg auch für Nationaltrainer Berti Vogts.

Felix Meininghaus
Manasseh Ishiaku
"Ein lockerer Vogel, aber er arbeitet auch": Duisburgs Trainer Rudi Bommer über Manasseh Ishiaku. -Foto: ddp

DortmundDer Hauptdarsteller ließ sich entschuldigen. Er hatte andere Pflichten. Manasseh Ishiaku war nach dem sensationellen 3:1 (1:0)-Sieg des MSV Duisburg im Dortmunder Stadion unfreiwillig untergetaucht. Der Mann aus Nigeria musste zur Dopingkontrolle. Und da lief es für ihn längst nicht so gut wie zuvor auf dem Rasen. Sechs Flaschen Bier, so hat „Bild“ mitgezählt, seien nötig gewesen, um die geforderte Urinprobe abgeben zu können. Derweil fand aber Duisburgs Trainer Rudi Bommer passende Worte für den bärenstarken Stürmer, der mit seinen zwei Treffern einen traumhaften Bundesliga-Einstand feierte. Ishiaku sei „ein lockerer Vogel, aber er arbeitet auch sehr gut, und das macht ihn für uns so wertvoll“, sagte Bommer.

Ishiaku hat bei seinem Debüt mächtig Eindruck hinterlassen. Beim Führungstor kam ihm seine enorme physische Präsenz zugute, als er sich im Kopfballduell gegen Dortmunds Innenverteidiger Kovac und Wörns durchsetzte. Beim dritten Tor war der 24-Jährige letzter Abnehmer eines herrlichen Konters und drosch den Ball mit Vehemenz ins BVB-Netz.

Alle hatten in der Vorbereitung nur über Ailtons Rückkehr in die Bundesliga gesprochen. Während aber Ailton aufgrund seines Trainingsrückstandes nach einer Leistenzerrung in Dortmund 90 Minuten auf der Bank saß, wirbelte im Sturmzentrum mit Ishiaku ein Mann, der ebenfalls Starpotenzial besitzt. Bereits beim Pokalspiel in Babelsberg hatte der vom FC Brügge geholte Nigerianer mit zwei spektakulären Treffern aufhorchen lassen. Wenn er in der Bundesliga weiter für Furore sorgt, will er auch einen Mann für sich interessieren, der gleich um die Ecke von Duisburg am Niederrhein zu Hause ist: Zu Nigerias Nationaltrainer Berti Vogts hatte Ishiaku nach eigener Aussage zwar bislang noch keinen Kontakt, „aber ich hoffe, dass er mal vorbeischaut“.

Der ehemalige Bundestrainer würde dann auch eine intakte Duisburger Mannschaft erleben, die in Dortmund mit ihrem robusten und kompakten Auftreten einen bemerkenswerten Saisonstart hinlegte. Besonders markant war das schnelle und zielgerichtete Spiel in die Spitze – also genau das, was sich die pomadigen Dortmunder auf ihre Fahnen geschrieben hatten. „Wenn man die 90 Minuten sieht, hatte Dortmund vielleicht drei oder vier Chancen“, resümierte der überragende Spielmacher Ivica Grlic.

Wobei dem Neuling entgegenkam, dass ihn in Dortmund offenbar keiner so recht ernst nahm. „Die haben groß getönt, dass hier für uns sowieso nichts zu holen ist“, sagte Verteidiger Björn Schlicke, „und das hat uns natürlich angespornt.“ Torhüter Tom Starke sprach sogar von „mangelndem Respekt“. Diesen Respekt hat sich Duisburg freilich nun gleich am ersten Spieltag redlich erarbeitet.

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