Sport : Manchester in Not

City und United bangen um den Einzug in das Achtelfinale der Champions League.

Himmel, hilf! David Silva und Manchester City stehen vor dem Aus. Foto: dapd Foto: dapd
Himmel, hilf! David Silva und Manchester City stehen vor dem Aus. Foto: dapdFoto: dapd

Berlin - Europas Fußball-Hauptstadt heißt in diesem Jahr Manchester. Die beiden Topklubs City und United führen die wohl beste Liga der Welt, die Premier League, souverän an. Die einen sind Meister, die anderen Pokalsieger. Und Geld spielt bei beiden Vereinen nur eine untergeordnete Rolle. Doch das neue Weltbild steht spätestens seit Dienstagabend schon wieder auf dem Kopf. United und City könnten überraschend das Achtelfinale in der Champions League verpassen.

„Fußball ist manchmal ein grausames Spiel“, sagte Trainer Sir Alex Ferguson nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Benfica Lissabon. Er weiß das, hat er doch mit seinen fast 70 Jahren und einem Vierteljahrhundert als Trainer von Manchester United schon alles erlebt. Ein Vorrunden-Aus in der Champions League gehört dabei eher zu den seltenen Ereignissen. Seit 1996 stand Fergusons Team regelmäßig mindestens im Achtelfinale – bis auf eine Ausnahme, und an die werden Sir Alex und seine Belegschaft in diesen Tagen auf schmerzhafte Weise erinnert.

Vor sechs Jahren brauchten die Engländer im letzten Gruppenspiel nur ein Unentschieden, verloren aber mit 1:2 und schieden dadurch sogar als Gruppenletzter aus. Dass der Gegner schon damals Benfica Lissabon hieß, ist wohl kaum ein Zufall. Auch in dieser Saison nahmen die Portugiesen dem letztjährigen Finalisten durch zwei Remis wichtige Punkte. Und wie damals hat United nun ein echtes Finale am letzten Vorrunden-Spieltag vor der Brust. Mindestens ein Unentschieden muss die Mannschaft, die in den vergangenen vier Jahren dreimal im Finale stand, beim FC Basel erreichen - sonst ist vorzeitig Schluss in der Champions League. „Es sieht böse aus, aber ich habe absolutes Vertrauen in die Mannschaft, auch wenn es ein hartes Spiel in Basel wird“, sagt Ferguson.

Wenigstens hat es seine Mannschaft noch in der eigenen Hand und muss nicht auf Schützenhilfe der Konkurrenz hoffen. In dieser misslichen Lage befindet sich nämlich der verhasste Stadtrivale. „Ich habe keine Erklärung für die Leistungsschwankungen zwischen Liga und Champions League“, sagte Trainer Roberto Mancini nach dem 1:2 beim SSC Neapel über sein Team, dass in England nach zwölf Partien ungeschlagen an der Spitze steht. „Ich ärgere mich über die Gegentore, aber ich bin nicht enttäuscht, denn solche Spiele helfen uns, als Team zu wachsen.“

Das sollte möglichst rasch passieren, denn am letzten Spieltag kommen ausgerechnet die bereits fürs Achtelfinale qualifizierten Bayern nach Manchester. Milliarden-Klub City, der in dieser Saison erstmals in der Champions League vertreten ist, braucht einen Sieg gegen den deutschen Rekordmeister und muss gleichzeitig darauf hoffen, dass Neapel nicht über ein Unentschieden beim FC Villarreal hinaus kommt. „Man kann nie wissen, was passiert“, sagt Mancini. „Wir konzentrieren uns auf unser Spiel, alles andere haben wir nicht in der Hand.“ dapd

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