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Manchester United scheitert in Champions League : Bastian Schweinsteiger wird zum Sündenbock

In England wird Bastian Schweinsteiger scharf kritisiert und für Manchester Uniteds Ausscheiden in der Champions League verantwortlich gemacht.

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Auf Abstand. Louis van Gaal (rechts) ist unzufrieden mit Bastian Schweinsteiger.
Auf Abstand. Louis van Gaal (rechts) ist unzufrieden mit Bastian Schweinsteiger.Foto: dpa

Auf Bastian Schweinsteiger kommen schwere Zeiten zu. Der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft verlor am Dienstagabend 2:3 (1:2) beim VfL Wolfsburg und verpasste damit mit Manchester United das Achtelfinale der Champions League. Trainer Louis van Gaal wechselte den 31-Jährigen in der 69. Minute aus, in England wurde der Deutsche umgehend zum Sündenbock für das Ausscheiden erklärt.

"Für mich ist Schweinsteiger nicht die richtige Antwort“

„Schweinsteiger ist nur noch ein Viertel des Spielers, der er früher war“, giftete der ehemalige Profi John Hartson beim Radiosender BBC 5. „Er wird zu schnell müde. Ihm fehlen die Beine. Früher hat er Spiele bestimmt, das kann er nicht mehr.“ Schweinsteiger habe sicher noch einen gewissen Wert für die Mannschaft. „Aber er ist nicht mehr gut genug, um in der Champions League oder in der Premier League in der Startaufstellung von Manchester United zu stehen“, sagte Hartson. „Die Mannschaft braucht mehr Power im Mittelfeld. Für mich ist Schweinsteiger nicht die richtige Antwort.“

Zu dieser Erkenntnis scheint inzwischen auch van Gaal immer mehr zu kommen. Der Niederländer hatte den deutschen Mittelfeldspieler zum Saisonstart vom FC Bayern München verpflichtet, in der Vergangenheit hatten Trainer und Spieler beim deutschen Rekordmeister erfolgreich zusammen gearbeitet. Seitdem ist van Gaal aber mehr und mehr von seinem Wunschspieler abgerückt.

„Ich glaube, er hätte bislang in jeder Partie besser spielen können“, hatte der Niederländer nach dem 0:0 am vergangenen Wochenende gegen West Ham United gesagt. Nach dem Spiel in Wolfsburg erneuerte er seine Kritik. „Ich wechsle einen Spieler nicht einfach nur so aus“, sagte van Gaal. „Er will auf dem höchsten Level spielen, besonders in Deutschland“, sagte der Manchester-Coach. Das habe nicht geklappt. „Ich kann nicht sagen, dass er der Schweinsteiger war aus meiner Zeit in München.“

Schweinsteiger droht in der Premier League eine Sperre

Der „Guardian“ kreidete dem Deutschen „fehlende Beweglichkeit“ im Spiel in Wolfsburg an: „Der Fußballer, der für so lange Zeit wie ein Mercedes geschnurrt hatte, hustete und stotterte, während Spieler mit VW-Logos auf der Brust immer wieder an ihm vorbeirasten.“ Van Gaal habe Schweinsteiger damit beauftragt, die Mannschaft zu lenken, der Deutsche sei aber nicht mehr als ein „Passagier“ gewesen.

Weiteres Ungemacht droht dem Deutschen durch den englischen Fußballverband FA. Wegen eines Ellbogenschlags im Premier-League-Spiel gegen West Ham United droht ihm eine nachträgliche Sperre. Die FA leitete am Montag nach einer Befragung von Schiedsrichter Mark Clattenburg ein Verfahren wegen einer mutmaßlichen Tätlichkeit ein. Dem Weltmeister droht nach englischen Medienberichten eine Sperre von bis zu drei Partien. Er soll sich bis spätestens Donnerstag zu den Vorwürfen äußern. Schweinsteiger hatte am Samstag seinen Gegenspieler Winston Reid vor einem Freistoß mit dem Ellbogen weggestoßen. Sollte er tatsächlich gesperrt, müsste sich Louis van Gaal eine Alternative im Mittelfeld überlegen – die möglicherweise sogar zur Dauerlösung werden könnte. Zu Ungunsten von Bastian Schweinsteiger. Auch Joachim Löw wird nicht darum herumkommen, sich im Hinblick auf die Europameisterschaft im kommenden Sommer über die Form und Zukunft seines Kapitäns Gedanken zu machen.

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