• Manchmal lähmt der Kopf die Beine Michael Ballack über die Angst vor einem dritten Scheitern

Sport : Manchmal lähmt der Kopf die Beine Michael Ballack über die Angst vor einem dritten Scheitern

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Herr Ballack, Ihr Trainer hat erzählt, Sie hätten vor dem Finale Schmerzmittel genommen.

Jetzt muss ich aufpassen, was ich sage. Ich habe die nicht genommen, weil ich mit einem solchen Ausgang gerechnet habe. Ich habe wirklich geglaubt, wir würden den Pokal holen.

Woran lag es, dass es für Bayer Leverkusen wieder nicht geklappt hat?

Wenn ich das bloß wüsste. In der ersten Halbzeit hatten wir Schalke im Griff, haben Ball und Gegner laufen lassen. Der Gegentreffer mit dem Pausenpfiff hat uns aus dem Rhythmus gebracht. Das darf aber einer starken Mannschaft nicht passieren.

Sie meinen eine mental starke Mannschaft?

Sie können Physis und Psyche nicht trennen. Wir haben jetzt 59 Spiele in dieser Saison absolviert. Einige von uns sind angeschlagen. Langsam geht die Kraft aus. Die Mannschaft schleppt sich so dahin. Aber die Müdigkeit kann keine Ausrede sein. Wir müssen jetzt über diesen Punkt hinweggehen.

Also wird am Mittwoch Real Madrid daran glauben müssen, oder?

Heute ist mir Real egal. Wir haben es in dieser Saison in drei Wettbewerben ganz nach oben geschafft. Die Meisterschale haben wir liegen lassen. Es ist doppelt bitter, wenn man so auf der Zielgeraden scheitert. Es gibt kaum noch eine negative Steigerung.

Warum soll es ausgerechnet im schwersten Wettbewerb klappen?

Jeder muss an sich glauben. Wer sich jetzt nicht noch einmal motivieren kann, ist fehl am Platz.

Wie groß ist denn die Angst, ein drittes Mal zu scheitern?

Manchmal lähmt der Kopf die Beine. In der Meisterschaft und im DFB-Pokal waren wir leicht favorisiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen dieser Titel holen, war ziemlich groß. Jetzt ist Real favorisiert. Vielleicht liegt uns ja die Außenseiterrolle etwas besser.

Klingt nicht besonders optimistisch.

Wir haben in der Champions League Juventus, La Coruña, Barcelona, Liverpool und Manchester ausgeschaltet. Vielleicht wird uns Real ein bisschen unterschätzen. Vielleicht erwischen wir sie auf dem falschen Fuß. Wir werden jedenfalls alles versuchen, um die Sensation zu schaffen.

Die Fragen stellte Michael Rosentritt.

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