Manfred von Richthofen : Sein Sport ist Politik

Manfred von Richthofen wurde 75 und bleibt kritisch. 12 Jahre war er Präsident des Deutschen Sportbundes, die Fusion mit dem NOK war sein größter Erfolg.

Friedhard Teuffel
Manfred von Richthofen wird 75 Foto: dpa
Noch nah dran am Geschehen. Manfred von Richthofen wurde 75.Foto: dpa

Auch sein Rückblick auf den Sport ist politisch. Etwa, wenn er jetzt nach Doping-Trainern der DDR gefragt wird wie Werner Goldmann, der entlassene Leichtathletik-Trainer. „Wir haben uns nach der Vereinigung mit der Aufklärung wirklich Mühe gegeben. Doch man hätte in manchem noch radikaler vorgehen müssen“, sagt Manfred von Richthofen. Damit meint er auch sich selbst, denn zwölf Jahre war Richthofen Präsident des Deutschen Sportbundes. Am Montag hat er seinen 75. Geburtstag gefeiert.

Richthofen steht vor allem dafür, wie politisch der Sport ist. Warum der frühere Hockeyspieler und Lehrer seit Ende der Sechzigerjahre im Berliner Landessportbund mitarbeitete? Politische Gründe. „Mich motivierten damals die ständigen Versuche der DDR und der Sowjetunion, den Berliner Landessportbund aus dem Deutschen Sportbund auszuklammern.“

Eine Zeit lang betrieb er beides nebeneinander, Sport und Politik. Stellvertretender Vorsitzender der Berliner CDU war er, im Senat sollte er Staatssekretär für Sport werden. „Aber das wäre nichts geworden. Da wären die Fetzen geflogen.“ Schließlich entschied er sich ganz für den Sport, weil er eben auch dort politisch handeln konnte, wurde 1985 Präsident des Landessportbunds und 1994 Präsident des Deutschen Sportbunds.

Für die Stärkung des Ehrenamts

Dabei verstand der Neffe des Jagdfliegers Manfred von Richthofen, des „Roten Barons“, einen politischen Sport nicht als regierten Sport von oben. Er besuchte unzählige Vereine und setzte sich für die Stärkung des Ehrenamts ein. „Eine Sportorganisation lässt sich nicht wie ein Wirtschaftsunternehmen führen“, sagte er, „Sie verkaufen ja nichts und sind nicht auf Profit aus. Sie müssen die Verbindung mit denen suchen, die die Basisarbeit leisten.“

Als größte Niederlage nannte Richthofen, dass es ihm nicht gelungen sei, die Nationale Anti-Doping-Agentur finanziell so auszustatten, dass sie wirklich unabhängig arbeiten kann. Sein größter Erfolg ist wohl die Fusion von Deutschem Sportbund und Nationalem Olympischem Komitee 2006 zum DOSB, zum Deutschen Olympischen Sportbund. Diesen Zusammenschluss hatte er jahrelang gefordert, zustande kam er erst am Ende seiner sportpolitischen Laufbahn. Dafür wurde Richthofen der erste Ehrenpräsident des DOSB.

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