Sport : Manipulation: Prozess in Italien eröffnet

Vincenzo Delle Donne

Mailand - Der „größte Fußballskandal der Geschichte“ ist bei den ordentlichen Gerichten angekommen. Knapp 40 Fußballverbands- und Vereinsfunktionäre sowie Schiedsrichter, die ein einzigartiges Kartell von Manipulatoren bildeten, müssen sich nun vor der Justiz verantworten. 17 von ihnen wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung, der Rest wegen Betrugs im Sport. Die Staatsanwaltschaft Neapel, die den Manipulationsskandal im Mai letzten Jahres ans Tageslicht brachte. hörte über die gesamte Saison 2004/2005 mehr als 10 000 Telefonate der Verdächtigen ab. Sie ermittelte 29 manipulierte Ligaspiele, die die Rücktritte des Verbandspräsidenten Franco Carraro und des Präsidenten der Schiedsrichtervereinigung nach sich zogen.

Im Mittelpunkt des Skandals aber steht Luciano Moggi. Der 70 Jahre alte ehemalige Manager von Juventus Turin geht zuversichtlich in den Prozess – dort könne er sich „endlich verteidigen“, wie er sagt. Moggi und der Juve-Geschäftsführer Antonio Giraudo bestimmten mit Kumpanei, Bestechung und Erpressung nicht nur die Schiedsrichter der wichtigen Partien seiner Mannschaft, sondern auch die Geschicke der Ligakonkurrenten und unliebsamen Rivalen. Juventus wurde in die Zweite Liga verbannt und verlor den Meistertitel der Saison 2005/2006. Klubs wie der AC Mailand, der AC Florenz oder Lazio Rom kamen dagegen nach zunächst harten Urteilen mit relativ milden Bestrafungen wie Punktabzügen und Geldstrafen davon. Vincenzo Delle Donne

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