Manipulation : THW Kiel sieht sich entlastet

In der Handball-Manipulationsaffäre sieht sich der deutsche Meister THW Kiel durch die Europäische Handball-Föderation (EHF) bestätigt. Eine Analyse des Champions-League-Finales von 2007 zwischen dem THW und der SG Flensburg-Handewitt habe keine Auffälligkeiten ergeben.

Kiel/Wien „Dieses Ergebnis bestätigt nur, was wir gesagt haben“, sagte ein THW-Sprecher. Der Verband attestierte dem Schiedsrichter-Gespann eine „harmonische Spielleitung“. Der Regelexperte des Welthandballverbandes IHF, Roland Bürgi, stellte fest, dass Kiel beim Final-Rückspiel 2007 auch bei strittigen Situationen nicht bevorzugt worden sei. Der THW soll den Schiedsrichtern 96 000 Euro gezahlt haben, der deutsche Rekordmeister weist diese Vorwürfe vehement zurück.

Die beiden suspendierten Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich haben derweil schwere Vorwürfe gegen den EHF erhoben. Unparteiische, die einen Bestechungsversuch melden, würden nicht mehr eingesetzt, sagten die Magdeburger. „Wir wussten aus Gesprächen mit Kollegen, wie die EHF reagiert, wenn ein Bestechungsversuch angezeigt würde: Die Schiedsrichter wurden aus dem Verkehr gezogen, die Vereine hingegen kamen ungeschoren davon“, sagte Lemme der „Magdeburger Volksstimme“.

Lemme und Ullrich hatten einen Bestechungsversuch vor dem Europacup-Spiel zwischen Medwedi Tschechow und BM Valladolid im April 2006 verschwiegen. Am Folgetag waren 50 000 Dollar in Ullrichs Gepäck gefunden worden. Beide bestreiten, das Geld genommen zu haben.

Der EHF hat nun Fragebögen an alle Unparteiischen und Delegierten aus den vergangenen vier Jahren verschickt, etwa 4000 Spiele werden überprüft. dpa

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