Sport : Manipulationen in Österreich? Ermittlungen führen nach Graz

Markus Huber

Wien - Die Ermittlungen hinsichtlich möglicher Manipulationen von Fußballspielen haben die deutschen Behörden jetzt auch nach Österreich geführt. Konkret geht es dabei um den Trainer und einen langjährigen Spieler des Erstligisten Sturm Graz. Diese sollen laut der österreichischen Polizei Geld für die Beeinflussung von Spielen ihres Klubs gegen Red Bull Salzburg und Austria Wien erhalten haben. Am Dienstag hat es bei beiden Hausdurchsuchungen gegeben, die allerdings keine Beweise erbrachten.

Die Polizei hatte Hinweise erhalten, nach denen ein Asiate und ein Serbe als Mitglieder einer deutschen Wettmafia bei beiden Partien größere Beträge darauf gesetzt hatten, dass Sturm Graz gegen die beiden Favoriten der österreichischen Liga verliert. Der Trainer Michael Petrovic, so der Verdacht der Ermittler, hätte die Grazer Mannschaft passiv einstellen sollen, der Stürmer Bojan Filipovic hätte sich unauffällig verhalten und auf keinen Fall ein Tor schießen sollen.

Kurioserweise ging die angebliche Wette aber beide Male schief. Gegen Austria spielte Graz unentschieden, gegen Salzburg gewann Sturm sogar 4:0. Filipovic schoss dabei ein Tor – dafür, so die Ermittler, soll er sich bei den mutmaßlichen Drahtziehern, die derzeit in Deutschland in Untersuchungshaft sitzen, sogar entschuldigt haben. Das Geld behielt er dem Vernehmen nach trotzdem. Die Kontakte mit den Beschuldigten seien durch Telefon-Überwachungsprotokolle der deutschen Polizei belegt. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf Staatsanwalt Peter Gruber soll Petrovic 20 000 Euro erhalten haben, Filipovic pro Spiel 2500 Euro. Trainer und Spieler wiesen am Mittwoch alle Vorwürfe zurück. Die Kontakte nach Deutschland seien „rein freundschaftlicher Natur gewesen“.

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