Sport : Mannschaft ohne Kapitän

Nach Streitigkeiten verlässt Roy Keane Manchester

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Manchester - Roy Keane hat seinen Verein Manchester United überraschend verlassen. Nach zwölfeinhalb Jahren trennten sich Keane und der britische Champions-League-Sieger von 1999 mit sofortiger Wirkung und „in beiderseitigem Einverständnis“, wie es hieß. Der 34 Jahre alte Keane erhält eine Abfindung in Millionenhöhe und darf ablösefrei wechseln.

In England löste der Weggang Keanes weitere Spekulationen über eine Verpflichtung von Michael Ballack vom FC Bayern München im Januar aus. Der Verein soll bereit sein, dem deutschen Nationalmannschaftskapitän einen Vierjahresvertrag über 36 Millionen Euro zu geben. Keane war Mannschaftskapitän des Verein. Ballack war bei Manchester schon vor der Trennung von Keane im Gespräch, auch als neuer Kapitän.

Über die Gründe der Trennung wurde nichts bekannt, und es gab zum Abschied von beiden Seiten auch nur freundliche Worte. Trainer Alex Ferguson bezeichnete Keane als weltbesten Mittelfeldspieler seiner Generation. „Er ist jetzt bereits einer der Größten in unserer schillernden Vereinsgeschichte.“

Vorletzte Woche hatte Keane jedoch in einem Interview mit dem vereinseigenen Fernsehsender „MUTV“ Klubführung und Mitspieler heftig kritisiert. Über Rio Ferdinand sagte er: „Nur weil er 180 000 Euro pro Woche verdient und mal 20 Minuten gut gespielt hat, glaubt er, er sei ein Superstar.“ Kieran Richardson sei „faul“, der englische Nationalstürmer Alan Smith laufe „herum, als hätte er sich verirrt“. Der Klub verbot die Ausstrahlung, die Aussagen wurden dennoch öffentlich. Über die Klubführung hatte Keane gesagt: „Jetzt reden sie darüber, im Januar neue Spieler zu holen. Wir sollten das Gegenteil tun und Spieler rausschmeißen.“ Möglicherweise ist der Verein Keanes Rat nun einfach gefolgt.

Seit 1993 hat Keane für Manchester United 480 Pflichtspiele bestritten, 51 Tore geschossen und sieben Meistertitel gewonnen. Als Mannschaftskapitän gewann der Ire mit Manchester 1999 das Triple: die Champions League, die englische Meisterschaft und den Pokal. Keane selbst sagte: „Es ist ein trauriger Tag für mich, solch einen großartigen Verein und Trainer zu verlassen. Aber ich denke, für mich ist die Zeit gekommen, neue Herausforderungen zu suchen.“ Er kündigte an, seine aktive Laufbahn fortsetzen zu wollen.dpa

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