Sport : Manuel Neuer: Vom Fan zum Helden

Jörg Strohschein

Porto - Vor elf Jahren stand Manuel Neuer mit großen Augen vor einer Leinwand im Gelsenkirchener Parkstadion. Es lief das Uefa-Cup-Finale, und der 10-Jährige fieberte mit seinem Vorbild Jens Lehmann mit. Damals in Mailand waren Spielstand und Verlauf genauso wie am Mittwoch – nur diesmal stand Manuel Neuer zwischen den Pfosten. Der 21-Jährige machte mit seinen unglaublichen Paraden nahezu im Alleingang den größten Erfolg der jüngsten Vereinsgeschichte des FC Schalke 04 perfekt – den Einzug ins Viertelfinale durch ein 4:1 (1:0, 1:0, 0:0) im Elfmeterschießen beim FC Porto.

„Manuel Neuer hat eine Weltklasseleistung gebracht“, sagte Schalkes Manager Andreas Müller stellvertretend für alle, die sich zu der Leistung des Torhüters noch äußerten. Ob mit zwei fantastischen Reflexen innerhalb einer Minute gegen Lisandro Lopez und Tarik Sektioui in der ersten Hälfte. Ob mit einer Fußparade in Hälfte zwei, mit der er einen Kopfball von Sektioui aus einem Meter Entfernung noch um den Pfosten lenkte. Ob er in der Verlängerung gegen den alleine auf ihn zulaufenden Ricardo Quaresma wieder einmal eine hundertprozentige Torchance verhinderte. Oder ob er beim Elfmeterschießen zunächst den Schuss von Bruno Alves parierte und kurz danach mit einer Faustabwehr auch den Ball von Lopez entschärfte – ohne Manuel Neuer hätten die schwachen Schalker die Partie wohl nicht als Gewinner beendet. Nur bei dem Treffer durch Lisandro Lopez in der 86. Minute war er machtlos.

„Ich habe einfach einen Supertag erwischt", sagte Neuer, als er eine Stunde nach dem Spiel die Feierlichkeiten eingestellt hatte. „Auf so einen Tag habe ich schon länger gewartet, ich wusste, dass der aber bald mal wieder kommen würde.“ Immerhin war auch er nach den jüngsten Misserfolgserlebnissen in die Kritik geraten. Einige Fehler und unglückliche Szenen hatten dazu beigetragen, dass er selbst Zweifel an der eigenen Leistungsstärke hegte. „Ich habe mich zuletzt sehr über meine Fehler geärgert“, sagte Neuer. „So ein Spiel tut mir deshalb sehr gut.“ Jörg Strohschein

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben