Sport : Marat Safin reicht eine Kurzschicht für das Finale

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Hamburg (dpa). Marat Safin ist mit einer Kurzarbeiter-Schicht ins Endspiel am Hamburger Rothenbaum gestürmt und hat damit die Führung in der Tennis-Weltrangliste übernommen. Nach einer neuerlich überzeugenden Vorstellung trifft der Russe, der beim Stande von 6:2, 4:2 von der Aufgabe seines am rechten Knöchel verletzten spanischen Kontrahenten Tommy Robredo profitierte, heute im Finale des mit 2,8 Millionen Dollar dotierten Sandplatz-Turniers auf Roger Federer aus der Schweiz.

Im dritten Anlauf schaffte Federer - trotz Muskelkaters aus dem hart umkämpften Spiel gegen Gustavo Kuerten tags zuvor - zum ersten Mal den Einzug in das Hamburger Finale. In den beiden Vorjahren war er jeweils bereits in der ersten Runde gescheitert. Gestern nun bezwang er Max Mirnyi mit 6:4, 6:4. Auch der Weißrusse hatte sich bei seinen beiden Hamburger Auftritten in den Jahren 2000 und 2001 jeweils schon in der zweiten Runde verabschiedet.

Safin trumpfte auch gegen Robredo in gewohnter Manier auf – aufschlagstark, druckvoll und fast fehlerlos. Doch sein Kontrahent, der im Achtelfinale die Hoffnungen des Lokalmatadors Thomas Haas jäh beendet hatte, ging nach einer grandiosen Woche quasi auf dem Zahnfleisch. Der 20-Jährige hatte sich beim Aufwärmen eine Blockierung des rechten unteren Sprunggelenks zugezogen, wie Turnierarzt Bernd Kabelka erklärte. „So hatte ich keine Chance“, sagte Robredo, der schon während des ersten Satzes behandelt worden war.

Die Schmerzen aber blieben und behinderten ihn so sehr, dass er nach 59 Minuten Spielzeit kopfschüttelnd seinem Gegner die Hand reichte und das Match verloren gab. „Es war trotzdem die beste Woche meiner Laufbahn“, meinte Robredo. „Aber es hatte keinen Sinn, sonst hätte ich eine noch schlimmere Verletzung riskiert.“ Auch der Letzte aus dem zehnköpfigen spanischen Sandplatz-Team schied damit aus dem Kampf um den Titel aus. Albert Portas war dieses Mal schon in Runde eins am Leverkusener Björn Phau gescheitert.

Der an Nummer elf gesetzte Federer dominierte das Match gegen seinen Freund und Doppelpartner Mirnyi über weite Strecken. Nur am Ende verließ ihn seine Souveränität. Doch um den Sieg, der nach 80 Minuten feststand, musste er zu keiner Zeit ernsthaft fürchten.

„Mirnyis Aufschlag liegt mir. Ich sehe recht gut, wohin er serviert“, sagte Federer über das Spiel seines 24-jährigen Gegners. Gegen den gefürchteten Aufschlagspieler aus Minsk returnierte der Sydney-Sieger glänzend. Nach dem Einzug in sein erstes Endspiel auf Asche und vor seiner finalen Premiere in der Masters-Serie staunte Federer über seine gelungene Woche, nachdem er in Monte Carlo und Rom zuvor nur schleppend in die Sand-Saison gestartet war. „Ich hatte nicht erwartet, dass ich so locker ins Finale komme. Jetzt habe ich noch ein Match, und das will ich unbedingt gewinnen.“ Die Chancen stehen für Roger Federer nicht schlecht, denn die beiden Vergleiche mit Marat Safin hat er im Vorjahr in Rom und vor wenigen Wochen im Daviscup jeweils auf Sand gewonnen.

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