Marathon : Deutsche Medaillenkandidatin Mikitenko sagt ab

Marathon-Medaillenkandidatin Irina Mikitenko hat ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking abgesagt. Rücken-und Beckenprobleme machen einen Start in der chinesischen Hauptstadt unmöglich, teilte der Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) am Samstag mit.

Damit reduziert sich das deutsche Olympia-Team auf 438 Sportler. Die 35-Jährige vom TV Wattenscheid 01 musste nach einem Trainingstest am Freitag in St. Moritz die Hoffnung auf ihren dritten Olympia-Start aufgeben. Nach ihrem Sieg beim London-Marathon im April galt die Olympia-Siebte von 2004 als Mitfavoritinnen in Peking.

„Es ist schade, dass sie nicht starten kann. Aber sie hat immer noch Schmerzen. Dann hat es keinen Zweck“, sagte Jürgen Mallow, der Leitende Bundestrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). „Die Mannschaft wird sich bei Olympia trotz der Absage auf einem ähnlichen Niveau wie bei der WM im letzten Jahr präsentieren.“ Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Osaka gewannen die DLV-Asse sieben Medaillen, 2004 bei den Athen-Spielen war es nur zwei Silberne. Das Olympia-Aufgebot des DLV umfasst nun noch 60 Athleten.

Passen musste auch Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch, die wegen ihrer Verdienste vom DOSB eine „Wildcard“ für Peking erhalten hatte. Ein weiterer Wackelkandidat ist noch der Hochspringer Eike Onnen. Der Hannoveraner verzichtete am Freitag auf seinen Start bei der DLV-Gala in Wattenscheid und klagt weiter über Fußproblemen.

Die in Kasachstan geborene Irina Mikitenko hatte zunächst ihren geplanten Start bei der Berliner City-Nacht am (heutigen) Samstag absagen müssen und im Höhentrainingslager noch einmal alles versucht, um ihren Olympia-Traum zu realisieren. „Es ist ein schwerer Schlag, zuallererst natürlich für die Athletin“, kommentierte Wattenscheids Cheftrainer Tono Kirschbaum die Absage. „Irina ist in die Weltspitze herein gelaufen, war eine Medaillenkandidatin. Auch für uns als Verein ist das Ganze natürlich sehr bitter.“

Die erste Sportlergruppe des DLV reist am Montag ins Trainingslager nach Shibetzu/Japan. Nach einer Akklimatisierung von sechs bis sieben Tagen werden die Leichtathleten nach Peking zu den jeweiligen Wettkämpfen weiterfliegen. (dpa)

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