Marcel Reifs Kolumne : Punkte für den Vereinsfrieden

Wenn es intern beim FC Bayern nicht stimmt, wird es auf den Nebenkriegsschauplätzen laut. Die kann man nur mit einem befrieden, weiß unser Kolumnist Marcel Reif – mit Punkten.

von
Marcel Reif. TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist.
Marcel Reif. TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist.Foto: dpa

Es ist ja traditionell so bei den Bayern: Wenn es auf den Nebenkriegsschauplätzen laut wird, stimmt es intern nicht so recht. Dann wollen sie die eigentlichen Themen unterdrücken. Die Nebenkriegsschauplätze? Der Streit mit dem niederländischen Verband, der für sich genommen keinen Nutzen hat. Juristisch wahrscheinlich eh nicht. Und wenn doch, dann fließt ein wenig Entschädigungsgeld für die verletzten Arjen Robben und Mark van Bommel. Aber braucht der FC Bayern Geld?

Was er braucht, sind Punkte. Und die hat der Kader, der eigentlich ohne die Künstler der beste der Liga/Europas/der Welt sein soll, bislang zu wenig eingefahren. Trainer Louis van Gaal weist alle Schuld von sich, mit schlüssigen Sätzen. Aber warum trifft Miroslav Klose in der Nationalmannschaft, beim FC Bayern nicht? Weil dort ein anderes System herrscht? Und warum herrscht beim FC Bayern kein System, das auf die besten Fähigkeiten seiner Akteure abgestimmt ist?

Ich will den Trainer gar nicht schuldig sprechen am miesen Saisonstart der Münchner – an dem auch der 3:0-Sieg gegen Hannover 96 noch nichts ändert –, aber man wird schon noch fragen dürfen, ob es so schlau war, auf Verstärkungen zu verzichten in einer Saison, in die nahezu alle Bayern-Spieler von der WM geschwächt starteten. Natürlich gilt auch, dass eine Verstärkung für den FC Bayern nur eine sein kann, die ebenfalls involviert war im internationalen Geschäft. Eine vertrackte Situation, für die die Granden des deutschen/europäischen/Weltfußballs noch keine Lösung gefunden haben. Sie müssen da durch, und der Trainer muss angesichts der zusätzlichen Inflation an verletzten Spielern die stark machen und stark reden, die er bislang für zu schwach gehalten hat. Plötzlich braucht er Timoschtschuk. Und Gomez.

Zu dem hat der Trainer gesagt, dass er ihn nicht braucht. Der aber hat es gegen Hannover 96 dank der Renaissance des Torjägers Gomez mühevoll gerichtet. Zur Befriedung der Nebenkriegsschauplätze dürfte das noch nicht reichen.

4 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben