Marcel Reifs Kolumne : ... und, ja, Hertha!

Hertha hat sich nach vorne gemogelt? Nein, die Berliner haben nicht gemogelt, haben nicht falsch gespielt, sondern nur stark und stehen ganz ungemogelt da, wo sie stehen. Mit Option auf mehr, meint Marcel Reif.

Marcel Reif
Marcel Reif
Marcel Reif. TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist.Foto: dpa

Und weil das so ist, und weil es auch noch Hoffenheim gibt, war das Spitzenspiel zwischen Leverkusen und Bayern München eben nicht das Treffen zwischen dem wahrscheinlichen Meister und dem jugendfrischen schärfsten Widersacher. Es gibt schon noch andere Anwärter. Was das Spiel wohl war, es war das Aufeinandertreffen zweier Systeme. Da sind die Leverkusener, kein herausragender Star, keiner, auf den das Spiel zugeschnitten ist, keiner, mit dem das Spiel steht und fällt.

Auf der anderen Seite die Bayern. Wie es war, als der Star verletzt ausfiel, ist Geschichte und hat den Bayern den schlechtesten Saisonstart der Menschheitsgeschichte beschert. Und nun ist er wieder da, Franck Ribéry, und es läuft, und die Bayern sind wieder Konkurrent von Hoffenheim, Leverkusen und, ja, Hertha. Mit anderen Worten: Der FC Bayern ist ein wenig abhängig von seinem kleinen Franzosen, den nicht nur Matthias Sammer für den derzeit besten Fußballer der Welt hält.

Welches System das bessere ist? Nun ja, das gestrige lediglich durchschnittliche Bundesligaspiel bestimmten lange Zeit weitgehend die Leverkusener, Ribery glänzte lange Zeit manchmal, aber nicht entscheidend. Dann flankte Ze Roberto. Dann köpfte Luca Toni ins Tor. Ribéry war unbeteiligt, die Leverkusener Unverbrauchtheit aber besiegt. Und was sagt das über die Systeme? Dann suchte Ribéry Klose. Er fand ihn, und das Spiel war entschieden. Alles klar? Tja, da gibt es noch Hoffenheim. Und, hoppala, die Hertha, ganz ohne Mogelei.

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