Sport : Marcelinho - oder der große Unterschied

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Marcelo dos Santos, besser bekannt unter dem Namen Marcelinho, sprang über die Bande und nahm die Ovationen der Hertha-Fans entgegen. Gerade hatte der Brasilianer nach sehenswerter Vorlage von Pal Dardai und noch sehenswerterer Einzelleistung im Frankenstadion das erste Tor geschossen. Später, nach seinem zweiten Streich, genoss der Brasilianer noch einmal den Beifall. Es war sein fünftes Saisontor. Erfolgreicher ist bislang kein anderer Herthaner.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Alex Alves, sein Landsmann, hat als gelernter Stürmer noch keinen einzigen Bundesligatreffer in dieser Saison zu Stande gebracht. Marcelinho, nach Alves der teuerste Spieler der Klubgeschichte, ist eigentlich ein offensiver Mittelfeldspieler. Was Herthas Verantwortliche in einige Bedrängnis brachte. Denn dort, wo Marcelinho sich auf dem Platz am wohlsten fühlt, steht auch Sebastian Deisler am liebsten. Mit Deislers Ausfall ist das Problem derzeit gelöst.

In Nürnberg durfte Marcelinho hängend hinter der Sturmspitze Michael Preetz agieren. Zumeist links, manches Mal, mit Bart Goor rochierend, auch rechts. Im Gegensatz zu Alves ist Marcelinho nicht auf die Position fixiert. Als Instinktfußballer weiß er, dass er sich auch mal weit zurückfallen lassen muss. Und wenn er dann noch den Freiraum hat, weil - wie jetzt in Nürnberg - der Gegner nur noch im Gang nach vorn Schlimmeres abwenden kann und die Defensive vernachlässigt oder weil ihn eben Deisler in seinem Wirkungskreis nicht einengt, dann ist dieser Marcelinho mit seinem schnellen Antritt, den präzisen Schüssen und den brillanten Flanken seine 14 Millionen Mark wert. Und was ihn noch wertvoller macht: Marcelinho ist kein Egozentriker, sondern spielt auch enorm mannschaftsdienlich. Noch ein Unterschied zu Alves.

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