• Maria Höfl-Riesch kritisiert Wahl: Sportler des Jahres: Robert Harting hat's verdient

Maria Höfl-Riesch kritisiert Wahl : Sportler des Jahres: Robert Harting hat's verdient

Maria Höfl-Riesch empfand Hartings Kür zum Sportler des Jahres als "Armutszeugnis" für die Wintersportler. Doch der Leichtathlet ist eine gute Wahl - weil er noch weiter denkt als wirft. Ein Kommentar

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Maria Höfl-Riesch und Robert Harting (rechts).
Maria Höfl-Riesch und Robert Harting (rechts).Foto: AFP

Mit Gegenwind kennt sich Robert Harting aus. Der Diskuswerfer ist ein unbequemer Typ, der mit streitbaren Worten und Aktionen schon oft angeeckt ist. Diesmal allerdings dürfte es selbst ihn überrascht haben, aus welcher Ecke er plötzlich angegangen wird. Seine Kür zum Sportler des Jahres hatte keine Geringere als die Skilegende Maria Höfl-Riesch aufgebracht. Hartings Wahl sei für den Wintersport „sehr traurig“ und „ein Armutszeugnis“, befand sie.

Wenn man Sport auf Leistung und Medaillen reduziert, dann mag diese Einschätzung zutreffen. Die größeren und glanzvollen Erfolge haben in der Tat der Nordische Kombinierer Eric Frenzel und der Rodler Felix Loch errungen, die in Sotschi Olympiagold holten. Robert Harting ist nur Europameister geworden.

Seine größte Strahlkraft entfaltet der 30-Jährige aber inzwischen gar nicht mehr im Wurfring, wo er Jahr um Jahr wie selbstverständlich seine Leistung bringt. Die größten Würfe sind Robert Harting in diesem Jahr außerhalb des Stadions gelungen. So hat er zum Beispiel die Deutsche Sportlotterie aus der Taufe gehoben, deren Erlöse auch Olympiasportlern zugute kommen. Davon profitieren am Ende auch die Winterathleten, die jetzt an seiner Wahl herummosern. Und er hat seinen Namen bei der Wahl zum Welt-Leichtathleten des Jahres streichen lassen, weil er nicht mit dem überführten Doper Justin Gatlin auf einer Liste stehen wollte.

Mancher mag das noch nicht mitbekommen haben, aber aus dem betont rempelfreudigen und dicklippigen Harting ist längst ein Leuchtturm der deutschen Sportlandschaft geworden. Weil er für den ganzen Sport und über ihn hinausdenkt. Dass ihm die Wahl selbst ein bisschen unangenehm war und er sich dafür bei den Wintersportlern entschuldigte, passt in dieses Bild. Auch deswegen ist er ein würdiger Sportler des Jahres.

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