Sport : Mariendorf: Ein Zauberer für Merz

Heiko Lingk
Foto: Lingk
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Berlin - Hohe Favoriten oder klare Außenseiter: Das ist die Rollenverteilung im Pferderennsport und das wird auch das Szenario sein, wenn es am Sonntag ab 13.30 Uhr auf der Trabrennbahn Mariendorf in den Buddenbrock-Läufen und dem Charlie-Mills-Trial um rund 55 000 Euro Preisgeld geht. Eine Sportlerin, die im Laufe ihrer Karriere in beiden Kategorien aufzufinden war, ist Katharina Merz. Die Berlinerin ist eine von nur wenigen Frauen, die sich in dem ansonsten eher von Männern dominierten Trabrennsport durchsetzen konnten und den Umgang mit den Pferden zur Lebensaufgabe gemacht haben. Die 36-Jährige aus Köpenick sagt: „Es ist weit mehr als nur ein Job – es ist Berufung.“

Die Favoritin – das war Katharina Merz in ihrer ersten Karriereetappe als Amateurfahrerin. Nach dem Tipp einer Freundin hatte sie die Trabrennbahn entdeckt. Ein guter Tipp, Mariendorf wurde für sie zur Liebe auf den ersten Blick. Mit 17 Jahren gelang ihr ein erfolgreiches Debüt im Sulky. 212 Siege und drei Titel als Berliner Amateur-Championesse folgten. In der Saison 2005 gelang ihr das Meisterstück: Von 145 Jahresstarts beendete sie 61 Rennen als Siegerin – der beste Durchschnitt aller deutschen Fahrer.

Doch seit zwei Monaten ist Katharina Merz in einer neuen Position – zunächst als Außenseiterin. Die Berlinerin lässt jetzt andere fahren. Sie arbeitet als Trabertrainerin, die Berufsprüfung legte sie als Klassenbeste ab. Sie weiß, was nun auf sie wartet. „Die Arbeit mit den Pferden ist eine Sieben-Tage-Woche und das Privatleben bleibt dabei auf der Strecke. Aber es ist die Mühe wert“, sagt sie. Für die Mariendorfer Rennveranstaltung konnte Katharina Merz für den Start mit ihrem achtjährigen Hengst Byron, der beim Charlie-Mills-Trial um 10 000 Euro Preisgeld kämpfen wird, Heinz Wewering verpflichten – den mit 16 493 Erfolgen siegreichsten Sulkyfahrer der Welt. Katharina Merz schwärmt von ihm: „Man kann sein Einfühlungsvermögen für die Pferde kaum beschreiben – Wewering ist ein unglaublicher Zauberer.“ Heiko Lingk

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