Mario Gomez : Der teuerste Transfer der Liga

Der FC Bayern holt Mario Gomez vom VfB Stuttgart - für rund 30 Millionen Euro. Das ist nicht gerade billig, doch die Münchner Transferoffensive hat gerade erst begonnen.

Sebastian Krass[München]
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Zwei Rote. Gomez (l.) hat sich am Samstag schon das Bayerntrikot geholt. Foto: ddp

MünchenDas Bild zum Wechsel entstand schon am Samstag, nach dem abschließenden Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart. Mario Gomez tauschte sein Trikot mit Bastian Schweinsteiger, warf sich das Bayern-Leibchen über die nackte Schulter und schritt so spärlich wie symbolträchtig gewandet zum Fernsehinterview. Künftig braucht Gomez sich keine Bayerntrikots mehr aus zweiter Hand zu besorgen.

Was sich zuletzt angebahnt hatte, ist nun offiziell: Der 23-jährige Angreifer wechselt zur kommenden Saison von Stuttgart nach München, wie der FC Bayern am Dienstagnachmittag bekannt gab. Die Laufzeit des Vertrags ist noch nicht bekannt. Solche Feinheiten würden erst nach der Asien-Reise der deutschen Nationalmannschaft geklärt, hieß es. Angeblich kann Gomez sich auf ein Jahreseinkommen von etwa vier Millionen Euro freuen. Als gesichert können etwa 30 Millionen Euro gelten, die der VfB als im Vertrag festgeschriebene Ablösesumme überwiesen bekommt. Es ist damit der teuerste Transfer der Bundesligageschichte.

Damit haben die Bayern den ersten Zug ihrer Transferoffensive abgeschlossen. Nun werden sie versuchen, ihren bisherigen Angriffschef Luca Toni zurück in sein Heimatland zu vermitteln. Denn der Italiener brachte es in der vergangenen Saison nur noch auf 14 Ligatore – und eine Unzahl kläglich vergebener Großchancen. Da die Bayern Ivica Olic vom Hamburger SV eingekauft haben und zudem auf Miroslav Klose und das Talent Thomas Müller setzen, ist für Toni kein Platz mehr. Allzu viel Kompensation für das Gomez-Geschäft aber werden die Bayern dabei nicht herausholen können. Denn Toni würde sich den Abschied mit einer schönen Abstandszahlung (sein Vertrag läuft noch zwei Jahre) versüßen lassen, weil die etwa fünf Millionen Euro netto pro Jahr, die er als Top-Verdiener in München bekommt, künftig nicht mehr zu erzielen sein dürften.

Uli Hoeneß hat in diesen Tagen wieder Spaß am Geldausgeben gefunden. Als die Bayern vor zwei Jahren knapp 80 Millionen Euro an Ablösen, unter anderem für Toni und Ribéry, investierten, sei er sich wie im Rausch vorgekommen, hat Hoeneß einmal erzählt. So ähnlich wirkt er nun, in seinem letzten großen Transfersommer, auch. Denn Hoeneß wirft nur so mit Spielernamen um sich. In der „Sport-Bild“ sagt er, es gebe „nur einen Torhüter, der uns interessiert, und das ist Manuel Neuer“. Man habe Schalke 04 auch bereits über diese Begehrlichkeit informiert. „Ich denke auf jeden Fall, dass ich bei Schalke bleibe“ , sagte Neuer, und auch der neue Schalker Trainer Felix Magath will den Torwart behalten.

Ebenfalls interessiert sind die Bayern an Wesley Sneijder von Real Madrid. „Sneijder gefällt uns und Louis van Gaal“, sagte Hoeneß, ergänzte aber: „Wenn Ribéry bei uns bleibt, dann müssten wir schon einen Geldscheißer erfinden, um Sneijder zu holen.“ Doch dass Ribéry bleibt, mag niemand so recht glauben. Deshalb versucht Hoeneß, den Preis für den Franzosen hochzutreiben: „Wenn ich lese, dass für Ribéry 30, 40 oder 50 Millionen aufgerufen werden … Da nehmen wir nicht einmal den Telefonhörer ab.“

Außerdem steht den Bayern möglicherweise noch eine Einnahme ins Haus: wenn Philipp Lahm wirklich unbedingt zum FC Barcelona wechseln will, worüber er derzeit wohl nachdenkt. Dann bräuchten die Bayern plötzlich zwei neue Außenverteidiger statt nur einen. Aber wenigstens könnte Manager Uli Hoeneß dann noch mehr Geld unter die Leute bringen.

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