Sport : Mario Gomez: Erstes Spiel, erstes Tor

Auch Kuranyi empfiehlt sich mit einem Treffer

Stefan Hermanns

Düsseldorf - Ludovic Magnin hatte beste Sicht auf die entscheidende Szene, aber eigentlich musste er gar nicht hinschauen. Magnin kannte den Ablauf schon: flache Hereingabe von der Seite, Flugkopfball seines Stuttgarter Mitspielers Mario Gomez, der den Ball nur sacht über den Scheitel rutschen ließ und ihn trotzdem unhaltbar ins Tor verlängerte. So war es am Sonntag in der Bundesliga gewesen, als Magnin den Ball in den Dortmunder Strafraum schlug und Gomez den Siegtreffer für den VfB erzielte. Gestern in Düsseldorf blieb der Schweizer Nationalspieler nur Zuschauer. Diesmal schlug sein Gegenspieler Clemens Fritz die Flanke, die Gomez ins Tor lenkte.

Im ersten Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft erzielte der 21-Jährige seinen ersten Treffer. Es war das 2:0 gegen die Schweiz und zugleich der Ausgleich in einem internen Ausscheidungswettbewerb: Wer darf in anderthalb Monaten, in der EM-Qualifikation gegen Tschechien, den gesperrten Miroslav Klose ersetzen? Neben Gomez bewarb sich gestern auch Kevin Kuranyi um den Platz, und nach knapp einer Stunde wurde mit Mike Hanke der dritte Kandidat eingewechselt. Hanke hätte mit einem Kopfball beinahe das 4:1 erzielt.

Durch den kurzfristigen Ausfall Kloses rückten sowohl Gomez als auch Kuranyi in die Startelf. Eine neue Erfahrung war das für sie nicht. In gemeinsamen Stuttgarter Zeiten standen sie sechsmal und für insgesamt 60 Minuten zusammen auf dem Feld, ein Tor gelang dabei keinem von ihnen. Das änderte sich gestern nach sechs Minuten: Nach einem Freistoß von Torsten Frings konnte der Schweizer Torhüter Benaglio den Kopfball von Michael Ballack zwar noch an die Latte lenken, den Abpraller köpfte Kuranyi zum 1:0 ins Tor.

Beide Stürmer hatten eine ganze Reihe guter Aktionen in der Offensive, fast ebenso beeindruckend war allerdings Kuranyis Einsatz für die Defensive. Einmal setzte er Senderos derart nach, dass der den Ball nur noch auf die Tribüne schlagen konnte. In der zweiten Hälfte schwanden Kuranyi dann allerdings die Kräfte.

Nach jetzigem Stand gilt Lukas Podolski für das Spiel in Tschechien gesetzt, obwohl er sich zuletzt im Verein schwach präsentiert hat. Allzu sicher sollte sich Podolski nach der Vorstellung seiner Konkurrenten gestern Abend nicht mehr sein.

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