Sport : Marion Jones läuft und schweigt

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Sacramento/Braunschweig Die unter Dopingverdacht stehende Olympiasiegerin Marion Jones hat zum Auftakt der Athen-Qualifikation der US-Leichtathleten in Sacramento nicht überzeugen können. In mäßigen 11,38 Sekunden zog die Sprinterin am Freitag als Zweite ihres Zwischenlaufs hinter LaTasha Colander (11,35) ins Halbfinale über 100 Meter ein. Unter den insgesamt 24 Läuferinnen kam Jones lediglich auf die siebtbeste Zeit. Die Studenten-Meisterin Lauryn Williams war in 11,14 Sekunden am schnellsten.

Nach ihrem schwachen Einstand weigerte sich Jones, den Medien Rede und Antwort zu stehen. Sie wolle sich erst nach dem Finale äußern, das in der Nacht zum Sonntag stattfand, ließ sie mitteilen. Jones, die sich auch ohne positiven Dopingtest massiven Vorwürfen des Medikamentenmissbrauchs zu erwehren hat, startet bei den zehntägigen Trials auch noch über 200 Meter und im Weitsprung. Bei den Olympischen Spielen vor vier Jahren in Sydney hatte sie über 100 und 200 m sowie mit der 4 x 400-Meter-Staffel Gold gewonnen. Im Weitsprung und mit der 4 x 100 m-Staffel reichte es damals zu Bronze.

Als einziger Sieger des ersten Tages konnte sich Meb Keflezighi feiern lassen. Er gewann über 10000 Meter in 27:36,49 Minuten und sicherte sich bereits sein zweites Olympia-Ticket, nachdem er bei den Marathon-Trials vor vier Monaten den zweiten Rang belegt hatte.

Bei den Trials in Sacramento wird das US-Olympiateam zusammengestellt. Dieses soll vor den Spielen in Athen noch zur Teamchallenge am 8. August in München kommen. Dort treten sie gegen die Olympia-Teams aus Deutschland und Frankreich an. Womöglich werden aber nicht alle Top-Athleten in München an den Start gehen.

„Um sicherzugehen, dass die Asse auch wirklich antreten, glühen die Drähte täglich nach Sacramento“, sagte Wilfried Spronk, Geschäftsführer der Olympiapark GmbH. Mit der Veranstaltung im Olympiastadion von 1972 will München an die von großer Euphorie getragenen Leichtathletik-Europameisterschaften an gleicher Stätte anknüpfen. „Wie 2002 setzen wir auch beim Team Challenge auf das begeisterungsfähige und faire Münchner Publikum“ sagte Spronk.

In der Wiederbelebung der früher sehr beliebten Länderkämpfe sieht der Deutsche Leichtathletik-Verband eine Veranstaltungsform die eine neue Zukunft vor sich hat. „Unsere Umfragen haben belegt, dass die Teamwettbewerbe im Interesse der Bevölkerung vorne liegen“, erklärte DLV-Generalsekretär Frank Hensel. Die Team Challenge soll, wenn sie in diesem Jahr erfolgreich angenommen wird, im Vorfeld des jeweiligen Großereignisses zu einem jährlich Fixpunkt im Terminkalender werden. Tsp/dpa

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