Sport : Marios Läuterung in Lautern (Glosse)

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Mario Basler soll, so haben Zaungäste beobachtet, beim ersten Training Kaugummi gekaut haben. Das ist schon mal ein gutes Zeichen. Und ein Indiz dafür, wie ernst es Basler mit seinem Engagement beim 1. FC Kaiserslautern meint. Kaugummi kauen beispielsweise die Leute, die sich unbedingt das Rauchen abgewöhnen wollen. Noch in seiner Bayern-Zeit zog Super-Mario ebenso gerne wie konditions-mindernd am Glimmstengel. Aber unter Otto Rehhagel, dem Trainer-Übervater der Liga, wird sich Basler bessern. Ganz bestimmt. Zumal ja auch die Anzahl der Nobel-Italiener in der Fußball-Hauptstadt der Pfalz nicht mit der in München Schritt halten kann. Somit ist auch die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Basler - wie zuletzt in Münchens Umgebung - spätnachts mit Pizza vertilgenden Zeitgenossen handfeste Streitgkeiten austragen muss.

Mario Basler ist fast 31 Jahre alt. Jugendlicher Übermut weicht in diesem Alter - oder auch zehn Jahre früher - einer etwas gesetzteren Reife. Dieser gewöhnliche Entwicklungsprozess wird auch Basler heimsuchen. Trotz dessen zäher Gegenwehr.

Allerdings: Basler soll, so erzählen jene Augenzeugen des ersten Trainingstages in Kaiserslautern auch, nach dem Training freiwillig im Kraftraum verschwunden sein. Freiwillig! Man stelle sich das nur mal vor. Wieviel Gewichte er dort hinter geschlossener Tür gestemmt hat, darüber erhielt die Weltöffentlichkeit keine Kunde. Manch böswilliger Zeitgenosse meinte aber, Basler, dieses Schlitzohr, habe sich nur in eine stille Ecke des Kraftraums verdrückt, um eine zu rauchen. Heimlich. Jede Läuterung braucht halt auch ein bisschen Zeit. Bei Anderen weniger, bei Super-Mario mehr.

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