Marko Marin : Gladbacher Genius

Marko Marin brilliert bei Mönchengladbachs Sieg gegen den Hamburger SV und begeistert sogar seinen sonst so kritischen Trainer Hans Meyer.

Richard Leipold[Mönchengladbach]
Borussia Mönchengladbach - Hamburger SV
Hände zum Himmel. Torschzütze Marko Marin (l.) mit Michael Bradley.Foto: dpa

Mönchengladbach - Marko Marin hat im Grunde alles, was ein Mönchengladbacher Fußballprofi der Neuzeit sich wünschen kann. Sein spielerisches Potenzial wird von vielen Fans in der Nähe der Qualität eines Günter Netzer angesiedelt. Auf dem Platz genießt Marin viel, wenn auch nicht grenzenlose Freiheit. Er nutzt sie, wie beim 4:1 über den Hamburger SV, so entschlossen, dass nicht einmal sein kritischer Trainer Hans Meyer sich der Begeisterung entziehen kann oder will.

Fachkundige Beobachter hatten Meyer und Marin ein schwieriges Verhältnis angedichtet, zumal der Trainer seinen Gladbacher Genius für eine lange Weile nur als Teilzeitkraft eingeplant hatte, als Auswechsel- und als Einwechselspieler. Doch nach der grandiosen Vorstellung gegen Hamburg, zu der Marin mittels Elfmeter das 4:1 beitrug, waren der Spieler und sein Trainer eng miteinander verbunden, auch körperlich. Als die Partie entschieden war und Marin nach knapp siebzig Minuten das Feld verließ, war die Atmosphäre nicht frostig. Im Gegenteil: Trainer Hans Meyer schloss den müden Marin in die Arme und gratulierte ihm zu einer großartigen Leistung, die ihn für Klubs wie Hamburg und andere noch attraktiver gemacht haben dürfte.

Meyer wollte seiner Körpersprache aber nicht mehr Gewicht beimessen als nötig. Wie oft er neunzehn Jahre alte Emporkömmlinge schon umarmt habe, könne sich kaum ein Reporter vorstellen, sagte der Trainer. Marin, der sich oft verkannt fühlte, zeigte sich versöhnlich, zumal ihn in der vergangenen Woche eine Magen-Darm-Infektion außer Gefecht gesetzt hatte. Das Verhältnis zum Trainer sei gar nicht so schlecht, sagte Marin. Beim 4:1 gegen den HSV war er Meyer vermutlich sogar dankbar, dass er vorzeitig hatte Feierabend machen dürfen. Richard Leipold

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