Sport : Markus Eberle: Wollen und können

Markus Eberle kommt in diesem Winter nicht in Schwung. Die Folgen des im letzten Sommer erlittenen Syndesmoserisses im Sprunggelenk beeinträchtigen den 32-Jährigen. Am Sonnabend fuhr der beste deutsche alpine Techniker in Shigakogen (Japan) beim Weltcup-Slalom auf dem Olympia-Hang von 1998 als 14. ins Ziel. "Solche Plätze habe ich genug, ich will mehr", sagte der gebürtige Österreicher, der regelmäßig unter den Top 20 landet.

Der Abstand zur Spitze ist derzeit groß, ein Platz auf dem Podium in weite Ferne gerückt. Auf dem schweren Hang in Japans Ski-Zentrum hatte Eberle rund anderthalb Sekunden Rückstand auf den Überraschungssieger Pierrick Bourgeat aus Frankreich. Die Österreicher Heinz Schilchegger und Benjamin Raich als Vize-Weltmeister mussten bei dem kräftezehrenden Abstecher nach Asien mit den nächsten Rängen zufrieden sein. Für Österreichs Asse war es erst die zweite Niederlage im Slalom in dieser Saison.

Weltmeister Mario Matt landete auf Rang sieben und hat mit 376 Punkten nur noch geringe Chancen, den Besten in der Disziplin-Wertung, Raich (485), in beiden noch ausstehenden Slaloms einzuholen. Für Österreichs Mannschaft war das Ergebnis fast ein Eigentor, denn ausgerechnet ihr Technik-Trainer Rainer Gestrein hatte den Kurs sehr eng gesteckt. Gerade Matt und Co gelten als Vertreter der neuen Generation, die mehr die weiten Schwünge bevorzugt.

Eberle kommt im Gegensatz zu Raich und Matt als 17. gerade einmal auf 101 Zähler und muss aufpassen, nicht noch weiter hinter die erste Startgruppe der Top 15 zurückzufallen. Er will einfach nur noch Schadensbegrenzung betreiben, um dann im kommenden Olympia-Winter noch einmal anzugreifen. Die Lockerheit fehlt. "Man kann einfach keine Resultate erzwingen", sagte Eberle. Als beste Platzierung steht der zehnte Platz von Madonna di Campiglio kurz vor dem Jahreswechsel zu Buche.

Der einzige Techniker von Format des Deutschen Skiverbandes hat schon eine Konsequenz gezogen und verzichtet auf jeden Start im Riesenslalom. "Zudem muss ich mich immer sehr lang einfahren", sagte Eberle, der nur mit einem festen Tapeverband am verletzten Sprunggelenk fährt, um zusätzlichen Halt zu bekommen.

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