Sport : Martin Jol setzt auf Erfahrung Der HSV hat seinen neuen Trainer vorgestellt

Hamburg - Martin Jol will beim Hamburger SV die „neue Ära“ mit alten Bekannten einläuten. Bei seiner offiziellen Präsentation am Mittwoch machte der niederländische Trainer klar, dass er den Kader des Fußball-Bundesligisten nicht komplett umkrempeln, sondern nur punktuell ergänzen will. „Wenn wir uns verstärken können, werden wir das versuchen“, sagte Jol in fließendem Deutsch. Vor allem erfahrene Spieler hat er im Auge. Stürmer Ivan Klasnic, der ablösefrei von Bremen nach Hamburg wechseln könnte, soll ein Kandidat sein.

Große Hoffnungen setzt der teuerste Coach der Vereinsgeschichte, dessen Trainerpaket mit Co-Trainer Zejlko Petrovic und seinem persönlichen Assistenten und Bruder Cornelius für zwei Jahre acht Millionen Euro kosten soll, in seinen Landsmann Rafael van der Vaart: „Er ist neben Diego die beste Nummer zehn in Deutschland. Er gehört in Europa zu den Top Fünf.“ Sichtlich erleichtert stellten Klubchef Bernd Hoffmann und Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer den neuen Trainer vor. „Ich bin ein happy Präsident“, sagte Hoffmann, nachdem die Klubspitze in der Vorwoche die schier unendliche Trainersuche nach 177 Tagen beenden konnte. „Martin Jol ist unsere absolute 1A-Wahl“, sagte Hoffmann.

Dabei hatte er Glück, dass der 52-Jährige nach seiner Entlassung beim englischen Erstligisten Tottenham Hotspur letztlich dem HSV zugesagt hat. „Ich war in London und wollte, wenn ich ehrlich bin, da bleiben“, gab der Niederländer zu. Er habe verschiedene Optionen gehabt, sich aber vor knapp acht Wochen nach Absprache mit der Familie dann doch für das HSV-Angebot entschieden. Jol, der ein Anhänger des Offensiv-Fußballs ist, betonte, dass auch in der neuen Saison nur das internationale Geschäft Ziel sein könne. Mit einem Auge schielt der frühere Bayern-Profi sogar auf die Champions League: „Vielleicht können wir mit ein oder zwei Spielern dazu noch besser abschneiden.“

Anders als bei den finanzstarken „Spurs“, die er zweimal in den Europapokal führte und im Oktober 2007 verlassen musste, kann Jol in Hamburg nicht auf große Einkaufstour gehen. „Wir bewegen uns – was die Investitionen angeht – nicht auf Premier-League-Niveau“, stellte Beiersdorfer klar. dpa

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