Sport : Martin Jol soll Huub Stevens beerben

HSV hat angeblich einen neuen Trainer gefunden

Berlin - Zuletzt wurde die Geheimstufe noch erhöht. In Abstimmung mit Horst Becker, dem Chef des Aufsichtsrates, wurden den Mitgliedern dieses Gremiums vom Vorstand keinerlei Namen mehr mitgeteilt von möglichen Kandidaten für das Traineramt. Diese Maßnahme des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV kommt indes etwas zu spät. Die Zeichen verdichten sich, dass der Nachfolger des zum Saisonende scheidenden Trainers Huub Stevens noch in dieser Woche vorgestellt wird. Es soll sich um Martin Jol handeln: Niederländer wie Stevens, 52 Jahre alt, früher Profi beim FC Bayern München, zuletzt bis Oktober 2007 Trainer in der englischen Premier League bei Tottenham Hotspur.

Dass der HSV Jol noch nicht offiziell vorstellt, soll allein damit zusammenhängen, dass die Mannschaft vor ihrem wichtigen Spiel heute gegen Werder Bremen nicht abgelenkt werden soll. Für die Hamburger geht es in diesem Nordderby darum, ihre kleine Chance auf den Einzug in die Champions League zu wahren.

Von Martin Jol selbst verlautet, er wolle sich am Freitag äußern, wer sein neuer Arbeitgeber wird. Angeblich zeigen auch Twente Enschede sowie andere deutsche Klubs Interesse daran, Jol zu beschäftigen. Seit Huub Stevens am 19. November vorigen Jahres seinen Abschied vom HSV zum Saisonende bekanntgegeben hat, geisterten zahlreiche Namen als mögliche Nachfolger durch die Medien, darunter Jürgen Klopp, Slaven Bilic, Louis van Gaal, und zuletzt auch Gerard Houllier. Der HSV-Vorstand reagierte, konfrontiert mit den jeweiligen Kandidatennamen, immer gleich: „Kein Kommentar“, hieß es nur.

HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer wollte auch jetzt den Namen Martin Jol weder bestätigen noch dementieren, deutete aber an, dass die viel kritisierte Suche nach dem neuen Fußballlehrer nun bald ein Ende haben werde. Sollte Jol den Job in Hamburg tatsächlich übernehmen, werden wohl nicht alle HSV-Profis glücklich sein. Und schon gar nicht Thimothee Atouba. Der Verteidiger hat bereits bei Tottenham Hotspur unter Jol gespielt. Und fand sich dort häufiger mal auf der Ersatzbank wieder. Jol missfiel das oftmals höchst riskante Abwehrspiel Atoubas. Der Kameruner hatte daraufhin nichts Eiligeres zu tun, als schnell den Klub zu wechseln. Er heuerte beim HSV an. Tsp/dpa

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