Sport : Martina Hingis findet wieder zu sich selbst: "Ich sehe die Welt mit anderen Augen"

Mutter und Tochter sind wieder ein Herz und eine Seele. "Ich bin sehr glücklich, dass sie mir wieder hilft", sagte Martina Hingis nach ihrem Auftakterfolg (6:1, 7:5) gegen die Tschechin Kveta Hrdlickova bei den US Open. "Wir haben einen Weg gefunden, um wieder zusammenzukommen", beschrieb die Schweizerin in New York das Verhältnis zu Melanie Molitor, die gleichzeitig ihre Trainerin ist. Die Mutter hatte der Tochter nach dem gegen Steffi Graf verlorenen Finale bei den French Open in Paris die Leviten gelesen. "Ich bin dann alleine nach Wimbledon gegangen und habe festgestellt, wie sehr mir meine Mutter fehlte. Ohne sie war ich nicht die gleiche Spielerin", sagt Martina Hingis.

Inzwischen hat die 18-Jährige ihr Verhalten längst bereut. "Es war keine große Sache", sagt Martina Hingis. "Wenn man mit sich selbst im Reinen ist, dann sieht man die Welt mit anderen Augen." Nach der bitteren Niederlage in Paris, als sie im Stade Roland Garros über die Stränge schlug, war sie vom Publikum für ihr unsportliches Verhalten gnadenlos ausgepfiffen worden. Nach dem Erstrunden-Aus in Wimbledon gegen Jelena Dokic (Australien) war die Schweizerin einfach abgetaucht. "Ich brauchte Zeit zum Nachdenken. Ich habe mich besser kennen gelernt. Das hat mir gut getan und ich hoffe, Fehler aus der Vergangenheit in Zukunft nicht mehr zu wiederholen", sagt sie heute, im Abstand eines Vierteljahres.

In Florida hat Martina Hingis sich in diesem Sommer ein Haus gekauft. Ansonsten hat sie getan, wonach ihr "der Sinn stand". Nach der selbst auferlegten Zwangspause spielt sie auf dem Tennisplatz wieder groß auf. Beim Comeback in San Diego schaffte die Schweizerin auf Anhieb einen Turniersieg. Vor dreieinhalb Wochen übernahm die Australian-Open-Gewinnern dann auch wieder die Spitze der Weltrangliste. Kurz vor den US Open gewann sie auch noch die Canadian Open in Toronto. In New York will sie es nun sich selbst und allen anderen beweisen. In der zweiten Runde wartet Sarah Pitkowski (Frankreich/WTA 34). "Gute US Open wären prima. Es wäre der ideale Abschluss", sagte Hingis.

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