Sport : Martina Hingis zieht locker ins Viertelfinale ein

Benedikt Voigt

Schon im vergangenen Jahr war der Auftritt von Marlene Weingärtner bei den German Open in Berlin ein sehr kurzer. 0:6, 0:6 - Spiel, Satz, Sieg Smashnova hieß es damals, und schon war die Deutsche draußen. In diesem Jahr gelang ihr das Kunststück eines noch kürzeren Auftritts, wenngleich sie diesmal für ihr Ausscheiden nicht viel kann. Die 20-Jährige saß gestern frustriert und heiser auf dem Podium der Pressekonferenz, auf dem sonst die Siegerinnen Platz nehmen, und flüsterte: "Ich kriege nicht richtig Luft." Ein grippaler Infekt, den sie sich vor drei Tagen geholt hatte, verhinderte ihr Erstrundenmatch gegen die Belgierin Sabine Appelmans. "Da kann man nichts machen", sagte Weingärtner. Dieses Fazit galt gestern auch für alle anderen deutschen Spielerinnen.

Der zweite Tag der Internationalen Deutschen Tennismeisterschaften auf der Anlage am Hundekehlesee war sicherlich nicht der Tag der Deutschen. Neben der erkrankten Marlene Weingärtner verabschiedeten sich auch die Barbara Rittner, und Andrea Glass bereits in der ersten Runde. Rittner unterlag Chanda Rubin 1:6, 4:6 und Andrea Glass hatte ebenfalls gegen ein US-Amerikanerin keine Chance. 1:6, 0:6 verlor die 23-Jährige gegen Corina Morariu und schritt nach dieser Pleite deprimiert von Court B. Am Vortag war bereits Martina Müller ausgeschieden. Damit sind aus deutscher Sicht nur noch Anke Huber und die 17-Jährige Qualifikantin Bianka Lamade im Turnier.

Problemlos zogen die Favoritinen gestern in die nächste Runde ein. Die aktuelle Weltranglisten-Erste Martina Hingis hatte mit ihrer Landsfrau Emmanuelle Gagliardi nur wenig Mühe. Nach 58 Minuten und einem 6:2, 6:2 trafen sich die beiden Schweizerinnen in der Platzmitte zum abschließenden Hände-schütteln. "Mein Sieg in Hamburg war gut fürs Selbstvertrauen", erzählte Hingis, "auch hier hoffe ich auf einen Sieg." Höflicherweise fügte die hohe Favoritin auf den Turniergewinn in Berlin hinzu, dass "auch Tauziat, Mauresmo oder Kurnikowa immer für eine Überraschung gut sind". Sie vergaß, die an Nummer drei gesetzte Spanierin Conchita Martinez zu erwähnen, die bereits in der dritten Runde steht, weil die Österreicherin Sylvia Pilschke beim Stande von 0:6 mit einer Oberschenkelverletzung aufgab. Auch die Südafrikanerin Amanda Coetzer, die in Berlin an Nummer zehn gesetzt ist, hatte in ihrem ersten Match keine Probleme. Sie machte mit der Qualifikantin Tatiana Poutchek beim 6:1, 6:0 kurzen Prozeß.

Den erfolgreichsten Auftritt aller deutschen Spielerinnen absolvierte gestern Anke Huber. Die Deutsche beobachtete erst das Match von Martina Hingis und gab dann eine Stunde lang für die Fans auf der Anlage Autogramme. Heute wird Hubers Tagesprogramm dann schon schwieriger. Die an Nummer acht gesetzte Deutsche muss Tennis spielen, es wartet die Spanierin Angeles Montello.

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