Maske-Comeback : "Kein Altherren-Boxen"

Henry Maske wirkt eineinhalb Monate vor seinem Kampf gegen Virgil Hill fit. Einen Reinfall, wie ihn sein Axel Schulz erlebte, will der 43-Jährige auf jeden Fall vermeiden.

Frankfurt (Oder) - 46 Tage vor seinem Comeback gegen Box- Weltmeister Virgil Hill konnte sich Henry Maske in glorreiche Zeiten zurückversetzt fühlen. Der "Gentleman" gab sich am Dienstag die Ehre: Zum Pressetraining in das neue Camp seines früheren Trainers und Mentors Manfred Wolke pilgerten fast 100 Journalisten an die Oder nach Frankfurt-Neuberesinchen. Sie bildeten eine Kulisse wie zu WM-Zeiten - und staunten über den körperlichen Zustand des Betreibers von vier McDonald's-Filialen in Leverkusen.

Maske, inzwischen wie Hill 43 Jahre alt und nur einige Kilo schwerer als bei seinem letzten Titelkampf vor gut zehn Jahren, wirkte fit und motiviert sowieso. Einen Reinfall, wie ihn sein ehemaliger Stallgefährte Axel Schulz bei seiner Rückkehr am 25. November erlebte, will Maske auf jeden Fall vermeiden. Beim Schaulaufen vor Kameraleuten und Fotografen bot der Ex-Weltmeister ein Gerätetraining von 45 Minuten. In den letzten sieben Wochen bis zum "Finale" (Maske) sollen noch 90 Sparringsrunden hinzukommen.

Maske-Manager: "Kein Spaßkampf"

"Natürlich fehlt etwas im Vergleich zu früher bei ihm, das ist doch klar. Aber er macht viel mit seinem Ehrgeiz wett. Wir wollen gewinnen - egal wie. In den letzten zwei Monaten nach seiner Rückkehr aus den USA hat er sich stark verbessert", sagte Wolke, der ursprünglich als Gegner des Revanche-Kampfes gegen den Amerikaner Hill am 31. März in München galt. Aber das frühere Erfolgsgespann Maske/RTL hatte wohl schlagkräftige Argumente. Sogar Maskes ehemaliger Manager Wilfried Sauerland steht dem sportlich fragwürdigen Comeback jetzt positiver gegenüber und organisiert einen Teil der Rahmenkämpfe.

Maske, der am 23. November 1996 gegen den jetzt wieder amtierenden WBA-Cruisergewichts-Weltmeister Hill nach Punkten verlor und unter Tränen den Ring verlassen hatte, soll mindestens zwei Millionen Euro kassieren. Die Revanche findet wie das erste Aufeinandertreffen in der Münchner Olympiahalle statt; die Veranstalter dürfen mit ausverkauftem Haus und 12.000 Zuschauern rechnen. "Es ist zwar kein offizieller Titelkampf, und Henry kann nicht Weltmeister werden, weil er nicht in der Weltrangliste steht. Aber wenn Hill verliert, verliert er auch seinen Titel. Das wird kein Spaßkampf", sagte Maske-Manager Werner Heinz.

Auch Wolke beruhigte die Skeptiker: "Das wird kein Altherren-Boxen in München." Maske spüre in der Vorbereitung "von Etappe zu Etappe Verbesserungen". Schon längst frage er sich "nicht mehr, warum ich diesen Kampf mache, sondern wie ich ihn gewinnen kann". Die Revanche sehe der Ex-Weltmeister, der das Boxen in Deutschland einst gesellschaftsfähig machte, als "total einmalige Geschichte" an. Schon einmal hatte Maske seinen unwiderruflichen Rücktritt verkündet - bei einem positiven Ausgang am 31. März gibt es vielleicht sogar weitere Verlockungen. (tso/dpa)

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