Masters-Turnier in Madrid : Kiefer zieht in Viertelfinale ein

Nicolas Kiefer hat ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt: Überraschend gelang dem Hannoveraner in zwei Sätzen der Einzug ins Viertelfinale des Master-Turniers in Madrid gegen den Kroaten Karlovic. Nächster Gegner ist Fernando Gonzalez.

Andreas Bellinger

Madrid/HamburgNicolas Kiefer hat mit dem ersten Viertelfinal-Einzug bei einem Masters-Turnier seit 31 Monaten ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Der Tennisprofi aus Hannover setzte sich in Madrid überraschend mit 7:6 (7:5), 7:6 (7:3) gegen den kroatischen Aufschlag-Riesen Ivo Karlovic durch. Im Kampf um den Einzug ins Halbfinale der mit knapp 2,1 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung trifft der 30-Jährige an diesem Freitag auf den Chilenen Fernando Gonzalez.

Das letzte Viertelfinale bei einem Masters-Turnier hatte Kiefer im März 2005 in Indian Wells bestritten. Am kommenden Montag wird der Hannoveraner, der bis zu seinem Comeback im Juni in Halle/Westfalen 373 Tage wegen einer Verletzung des linken Handgelenks gefehlt hatte, erstmals wieder unter den Top 100 geführt.

Dieses Zwischenziel bei seiner Rückkehr in den Tennis-Zirkus hatte Kiefer bereits mit seinem Achtelfinal-Sieg gegen den an Nummer 16 gesetzten Russen Michail Juschni, knapp eine halbe Stunde nach Mitternacht, erreicht. "Ich habe von Beginn an nichts anbrennen lassen und bin mit dem Spiel sehr zufrieden", sagte Kiefer nach dem aus seiner Sicht absolut überzeugenden Sieg gegen Juschni.

Kiefer nervenstark

Nur wenige Stunden später präsentierte er sich auch gegen den 2,08 Meter langen Karlovic vor allem in den Tiebreaks nervenstark. Im Tiebreak des ersten Satzes führte Kiefer bereits 6:2, vergab anschließend vier Satzbälle, ehe er den ersten Durchgang für sich entschied. Nach 104 Minuten verwandelte der Hannoveraner seinen ersten Matchball gegen den Stockholm-Sieger der Vorwoche.

Nach dem frühen Aus des Hamburgers Thomas Haas, der am Dienstag nach einem Freilos in der ersten Runde sein Auftaktmatch gegen den Argentinier Juan Monaco verlor, ist Kiefer der einzige deutsche Tennisprofi bei der mit knapp 2,1 Millionen Dollar dotierten Hallen-Veranstaltung. Und der bis Montag noch Weltranglisten-112. hatte gleich doppelten Grund zur Freude. Denn dank der guten Leistung in der spanischen Hauptstadt "schenkten" ihm die Macher des Turniers in der kommenden Woche in Basel eine Wildcard. "Das ist für meine Aufholjagd sehr wichtig. Ich freue mich zur Zeit über jede Spielgelegenheit, habe ja auch genug aufzuholen", erklärte Kiefer.

Haas im Glück

An Boden verloren im Rennen um die Fahrkarte zur Tennis-Weltmeisterschaft vom 12. bis 18. November in Shanghai hat dagegen Thomas Haas. Durch sein frühes Aus in Madrid waren die Aussichten auf seine erste WM-Teilnahme schon auf den Nullpunkt gesunken. Doch am Donnerstag schien wieder die Sonne für den wortlos und stinksauer aus Madrid abgereisten Wahl-Amerikaner. Denn die hinter dem mit 335 Punkten als Achtem momentan gerade noch qualifizierten Haas lauernde Konkurrenz konnte sich nicht entscheidend absetzen.

Im Gegenteil: Sowohl der Spanier Tommy Robredo (334) als auch James Blake aus den USA (333) schieden in der zweiten Runde ebenfalls aus und rangieren weiter mit einem bzw. zwei Punkten Rückstand hinter dem Deutschen. Sicher in Shanghai dabei sind bislang nur die vor dem Fünften Andy Roddick (USA) postierten Roger Federer (Schweiz), Rafael Nadal (Spanien), Novak Djokovic (Serbien) und Nikolai Dawidenko (Russland). (mit dpa)

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