Sport : Matschiner in U-Haft genommen

Dopingaffäre: Manager legt Teilgeständnis ab

Wien - Der erste Drahtzieher der Wiener Dopingaffäre, der Sportmanager Stefan Matschiner, sitzt in Untersuchungshaft. Dem ehemaligen Leichtathleten und früheren Betreuer des doping-geständigen Radprofis Bernhard Kohl wird eine zentrale Rolle in der Affäre um illegalen Handel mit Dopingmitteln zugeschrieben. Es bestehe Verdunklungsgefahr, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Matschiner habe ein Teilgeständnis abgelegt und werde voraussichtlich zwei Wochen in U-Haft bleiben. Er soll unter anderen den früheren Gerolsteiner-Profi Kohl und der ebenfalls wegen Dopings gesperrten Triathletin Lisa Hütthaler beim Blutdoping geholfen und die dafür nötigen Geräte zur Verfügung gestellt haben.

Die Staatsanwaltschaft gab zudem die vorläufige Festnahme von fünf weiteren Beschuldigten bekannt. Sie stammen nicht aus dem Spitzensport, sondern überwiegend aus dem Fitness- und Kraftsportbereich, sagte Staatsanwalt Gerhard Jarosch. Ihnen wird der gewerbsmäßige Handel mit Drogen vorgeworfen, der nach dem neuen österreichischen Anti-Doping-Gesetz mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Bei Hausdurchsuchungen seien Präparate im Wert von etwa 200 000 Euro beschlagnahmt worden. In den vergangenen Wochen hatten Drogenfahnder der im Januar eingesetzten Wiener „Soko Doping“ unter anderen den ehemaligen österreichischen Skilanglauftrainer Walter Mayer, den Radprofi Christoph K. sowie einen Wiener Apotheker festgenommen. Kohl hatte in dieser Woche Matschiner schwer belastet. Dreimal habe er in den Räumen der Wiener Firma Humanplasma Transfusionen erhalten, sagte er. Humanplasma teilte mit, dass man wegen der Anschuldigungen eine interne Untersuchung eingeleitet habe.

Auch der Freiburger Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier verfolgt die Vorgänge in Wien aufmerksam. Er ist federführend bei der Aufklärung der Doping-Untersuchungen rund um die Universitätsklinik Freiburg. „Wir prüfen schlichtweg, ob es irgendwelche Querverbindungen zum Freiburger Raum gibt“, sagte Maier. dpa

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