Sport : Matthäus

In einer Generalabrechnung mit Deutschland hat
sich Lothar Matthäus über mangelnden Respekt und fehlende
Wertschätzung in der Heimat beklagt. „Nach Franz Beckenbauer bin ich
ganz sicher die zweitbekannteste Fußballpersönlichkeit Deutschlands,
weltweit. Und wie man mit so einem Idol umgeht in Deutschland, da
muss sich Deutschland schämen“, sagte der deutsche
Rekordnationalspieler in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung“.
 Das enttäusche ihn. Selbst seine serbische Meisterschaft als Coach
mit Partizan Belgrad werde nicht gewürdigt. „Aber man will immer nur
das sehen, was man sehen will. Und bei mir will man immer nur das
Schlechte sehen.“
 Nach sechs Trainerstationen im Ausland war der 48-Jährige schon
mehrmals bei deutschen Clubs im Gespräch. Aber Matthäus gibt zu, es
gebe Vorbehalte gegen ihn: „In Nürnberg und Frankfurt gab es
unterschriftsreife Verträge. Aber die Fans lehnten mich ab, wegen
meiner Vergangenheit beim FC Bayern.“ Der Franke würde als Trainer
auch „zu einem Zweitligisten gehen, der eine Perspektive und ein
qualifiziertes Umfeld hat“.
 Zu Hertha BSC habe er keinen Kontakt gehabt. „Ich biete mich nicht
selbst an, wie viele Zeitzugen behaupten. Das habe ich nicht nötig“,
meinte Matthäus. „Jeder weiß, dass ich frei bin als Trainer. Jetzt
muss mir einfach einmal ein deutscher Verein das Vertrauen geben. Und
erst dann kann man urteilen: Der Matthäus, das ist ein Guter oder ein
Schlechter.“
 Matthäus hofft weiter auf eine Anstellung in der Bundesliga und
verspricht einem potenziellen Arbeitgeber attraktiven Fußball. „Bei
vielen Spielen und vielen Spielern vermisse ich eine Freude, die sich
aufs Publikum überträgt“, sagte Matthäus, „es ist zu viel Dienst nach
Vorschrift, zu emotionslos.“

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