Sport : Maximum Mittelmaß

Nach dem Aus im UI-Cup macht sich beim HSV Verunsicherung breit

Karsten Doneck

Hamburg - Jeder hatte etwas zu meckern. Christian Rahn zum Beispiel. Der Nationalspieler des Hamburger SV schimpfte: „Der Gegner ließ den Ball laufen, und wir sind nur nebenher gelaufen.“ Torwart Stefan Wächter monierte, dass „die Spanier immer einen Tick schneller waren“. Und Trainer Klaus Toppmöller gab zu, „dass wir im Passspiel, Aufbauspiel, Deckungsverhalten klar unterlegen waren“. Der FC Villarreal zeigte dem HSV kurz vor dem Bundesligastart dessen Defizite auf. 1:0 siegte Villarreal im Halbfinal-Rückspiel des UI-Cups in Hamburg, 1:0 hatten die Spanier auch das Hinspiel gewonnen. Beide Ergebnisse spiegelten nicht annähernd die Unterlegenheit des HSV wider. Die im Fanshop zu erwerbenden T-Shirts mit dem Aufdruck „HSV – See you in Europe“ kann der Klub nun getrost aus den Regalen nehmen.

Als erster Bundesliga-Gegner kommt morgen ausgerechnet Bayern München in die AOL-Arena. Beim HSV greift Verunsicherung um sich. Eigentlich sollte die mit über zehn Millionen Euro verstärkte Mannschaft, so die Vereinsvorgabe, doch weit oben in der Tabelle mitspielen, aber sie stocherte gegen Villarreal derart zusammenhanglos herum, dass auch diesmal wieder nur das Mittelmaß zum Maximum erhoben werden kann. Dabei glaubte doch der HSV, er habe durch den Einkauf von Emile Mpenza und Daniel van Buyten einen Wertzuwachs auf hohem europäischen Standard erreicht. Doch Stürmer Mpenza scheint nur dann stark zu sein, wenn schnell und geradlinig gekontert wird, und Abwehrchef van Buyten erlaubte sich im Rückspiel beim 0:1 durch Villarreals José Mari einen ganz schwachen Moment. Nach einem Hüftwackler des Spaniers lief van Buyten ins Leere.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Team nicht harmoniert, keiner fordert den Ball, keiner unterstützt den ballführenden Spieler. Toppmöller: „Der ärmste Mensch auf dem Platz war bei uns der, der in Ballbesitz war.“

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