Sport : McLaren will Ferrari in Monza ärgern

Karin Sturm

Monza - In Spa bewies McLaren-Mercedes, dass die für unschlagbar gehaltenen Ferrari durchaus zu schlagen sind. Damals siegte Kimi Räikkönen vor Michael Schumacher. Das soll sich nach Wunsch der Verantwortlichen an diesem Wochenende wiederholen: Beim Rennen in Monza will das Team versuchen, Michael Schumacher den ersten Schaulauf nach der gewonnenen Weltmeisterschaft zu verderben.

Dass BMW auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Monza alljährlich mit etwas ganz Besonderem aufwartet, hat schon Tradition: Der Rennstall hat die Leistung der Boliden noch einmal gesteigert, „sozusagen der letzte Entwicklungsschritt in der laufenden Saison für den BMW P84“, sagt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Eine magische Zahl lautet 19 000: Diese Schallmauer bei den Drehzahlen brach BMW vor zwei Jahren erstmals, „aber nur über eine Qualifyingrunde“, sagt Theissen. „Inzwischen sind wir in der Lage, diese Drehzahl auch im Rennen zu fahren, und zwar auch im obersten Gang, wo man gerade in Monza bis zu sieben Sekunden die Top-Drehzahl hält - eine außergewöhnliche mechanische und thermische Belastung für den Motor.“ Dass man sich das zutraut, spricht für hohe Erfolgsaussichten. Von einem möglichen Sieg will Theissen aber noch nicht unbedingt reden. „Wir werden sehen. Ich glaube, dass Ferrari schon noch einen Vorteil hat, wenn man alle Faktoren zusammenzählt. Aber wenn sich die Chance bietet, wollen wir zur Stelle sein.“

Ob nach dem Triumph von Kimi Räikkönen in Spa, der für das gesamte Team nach der schwierigen ersten Saisonhälfte eine gewaltige Erleichterung bedeutete, ein erneuter Triumph möglich wäre, darauf will man auch intern bei McLaren-Mercedes noch nicht setzen. „Wir sind in Monza absolut nicht die Favoriten“, betont Mercedes-Sportchef Norbert Haug immer wieder. Er sagt das wohl auch, weil die Strecke von Monza dem neuen Silberpfeil nicht ganz so entgegenkommt. Die vielen engen Schikanen, die sehr hart angebremst werden müssen, liegen dem McLaren nicht ganz so gut wie etwa die vielen schnellen, flüssigen Kurven von Spa oder Silverstone. Da dürften kommende Kurse – speziell der beim Grand Prix von Japan in Suzuka – noch besser passen. „Außerdem war Ferrari beim Testen hier gerade über die Distanz schon sehr stark“, sagt auch der Finne Räikkönen. „Aber trotzdem - ich denke schon, dass wir auf jeden Fall wieder gut aussehen können“, hofft der Finne.

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