Medienbericht : Deutscher Olympia-Trainer unter Doping-Verdacht

Eine Fernsehdokumentation zum Thema Doping bei Olympia brachte den Verdacht auf, der heutige Trainer Werner Goldmann habe seine Schützlinge zu DDR-Zeiten gedopt. Die Vorwürfe werden jetzt geprüft.

PekingDer Deutsche Olympische Sport-Bund (DOSB) wird die Olympia-Nominierung von Leichtathletik-Trainer Werner Goldmann wegen der in einem ZDF-Bericht erhobenen Doping-Vorwürfe prüfen. Dies kündigte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper nach Informationen des Senders an. In der ZDF-Dokumentation "Mission Gold: Wie sauber sind die Spiele?" beschuldigt der ehemalige DDR-Kugelstoßer Gerd Jacobs seinen Ex-Trainer Goldmann, von ihm Anfang der 80er Jahre das Anabolikum Oral-Turinabol bekommen zu haben.

Goldmann ist heute Coach von Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting. In der Sendung bestreitet er die Vorwürfe. Er behauptet, niemanden geschädigt zu haben. Der 46-jährige Jacobs, einst Trainingspartner vom ehemaligen Kugelstoß-Weltrekordler Ulf Timmermann, ist vom Bundesverwaltungsamt als Dopingopfer anerkannt.

Schon Ende der 90er hatte die Berliner Staatsanwaltschaft unter anderem gegen Goldmann wegen der Verabreichung von Dopingmitteln ermittelt. Laut ZDF wurde ein Strafverfahren gegen ihn 1999 nach Zahlung von umgerechnet 2000 Euro eingestellt.

Goldmann unterschrieb Ehrenerklärung

Die Nominierungsrichtlinien für die Peking-Spiele sehen vor, dass dopingbelastete Betreuer und Ärzte nicht für die Olympia-Mannschaft berücksichtigt werden. Wie DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank bestätigte, hat Goldmann eine Ehrenerklärung unterschrieben, dass er nie etwas mit Doping zu tun gehabt hat. Wenn die Doping-Vorwürfe zuträfen, "und er das bestätigt, hätte er etwas unterschrieben, was er nicht hätte unterschreiben dürfen", sagte Vesper dem ZDF.

Nach Überprüfung der Anschuldigungen wird die Präsidialkommission des DOSB mit Präsident Thomas Bach, dem Vizepräsidenten Leistungssport Eberhard Gienger und Vesper über Ausschluss oder Verbleib von Goldmann im deutschen Olympia-Team entscheiden. (mpr/dpa)

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