Sport : Mehdi Mahdavikia: Der Iraner wird beim HSV immer mehr zur Trumpfkarte

In der Torfabrik des Hamburger SV ist Mehdi Mahdavikia der Produktionsleiter. Über den Iraner läuft in der Offensive des Fußball-Bundesligisten derzeit nahezu alles. Fünf Tore hat der 23-Jährige in dieser Saison in Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League schon erzielt. Noch wertvoller ist er allerdings als Vorbereiter: Achtmal legte er den Ball maßgerecht für seine Nebenleute auf. "Mehdi ist eine feste Größe in unserer Mannschaft. Unser Angriffsspiel lebt von seiner Schnelligkeit und seinen Flanken", lobt Trainer Frank Pagelsdorf den Stürmer. "Er ist der ideale Konterspieler."

Nachdem der Perser schon in der vergangenen Saison vier Tore für die Hamburger geschossen hatte, zündete "Rakete", wie Mahdavikia wegen seiner enormen Schnelligkeit in der Heimat genannt wird, in dieser Saison die zweite Antriebsstufe. "Er hat sich prächtig entwickelt", sagt Holger Hieronymus, der Sportchef des Hamburger SV. "Dynamisch, dribbelstark, ballsicher war er schon in der vergangenen Saison. Da fehlte ihm aber noch die Torgefährlichkeit. Die demonstriert er jetzt."

Trainer Pagelsdorf denkt aber mit Grauen an die nächsten Wochen. Ab dem 1. Oktober wird ihm der pfeilschnelle Flügelstürmer, der die 100 Meter unter elf Sekunden sprintet, entzogen. Mahdavikia muss für sein Land bei der Asien-Meisterschaft spielen. Sollte sich Iran gar für das Finale qualifizieren, würde der 45-fache Nationalspieler dem HSV bis zum 29. Oktober fehlen. "Das ist äußerst bitter, aber leider nicht zu ändern. Wer ausländische Nationalspieler in der Mannschaft hat, muss nun einmal mit Abberufungen leben", erklärt Pagelsdorf. Die Idee, Mahdavikia zwischen den einzelnen Länderspielen für wichtige HSV-Partien einzufliegen, erachtet Hieronymus als wenig sinnvoll. "Aber das müssen wir noch im Vorstand besprechen", bestimmt er.

Mahdavikia war für den HSV schon während der Fußball-WM 1998 in Frankreich ein "Objekt der Begierde", doch zunächst zog es den Profi von Pirouzi Teheran zum VfL Bochum. Als die Mannschaft 1999 aber in die 2. Liga abstieg, kam der Iraner, der seit seinem WM-Tor zum 1:0-Sieg über die USA ein Volksheld in Persien ist, doch noch an die Elbe. Für preiswerte 2,5 Millionen Mark.

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