Sport : Mehr Aktionismus wagen

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Stefan Hermanns erklärt, warum Hertha BSC noch einen Spieler holen muss

Eigentlich ist es keine besonders spektakuläre Nachricht: Morten Skoubo wechselt von Borussia Mönchengladbach zum englischen Zweitligisten West Bromwich Albion. Na und? Skoubo ist Stürmer, hat bei Gladbach kaum gespielt und wäre vielleicht gegen kleines Geld zu haben gewesen – für Hertha BSC. Na und? Wer bei Borussia Mönchengladbach keine Rolle mehr spielt, wird auch Hertha im Kampf gegen den Abstieg nicht helfen können. Mag sein, aber von der Güteklasse Skoubos sind inzwischen die Kandidaten, über die in Berlin spekuliert wird.

Dann kann man es eigentlich auch lassen, lautet die Argumentation in Herthas sportlicher Führung. Nur um des Kaufens willen werde man niemanden holen. Aktionismus kann sich der klamme Verein nicht leisten. So ist es. Oder besser: So war es bis zum Samstagnachmittag. Das 0:4 in Bremen hat Herthas Situation entscheidend verändert, weil die deutliche Niederlage trotz einiger positiver Ansätze auch die hoffnungsvollsten Fans aufs Tiefste deprimiert hat. Die Nachricht, dass doch noch ein Neuer kommt, wäre daher für den resignierten Anhang zumindest ein Lichtblick in der Dunkelheit.

Alle Konkurrenten im Abstiegskampf haben während der Winterpause neues Personal geholt. Sechs Wochen hätten die Berliner Zeit gehabt, einen Transfer anzubahnen und zu vollziehen; jetzt bleiben noch ein paar Stunden. Dass die Möglichkeiten dadurch nicht besser geworden sind, ist logisch. Für Hertha geht es jetzt nicht mehr darum, welcher Spieler kommt. Es geht nur noch darum, dass überhaupt einer kommt.

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