Mehr als Glamour : Beckham überzeugt bei Paris auch sportlich

Paris Saint-Germain macht nach acht Jahren Abwesenheit Eindruck in der Champions League. Und Neuverpflichtung David Beckham zeigt, dass er nicht als Werbeträger funktioniert.

David Beckham nimmt das Fußballspielen immer noch ernst.
David Beckham nimmt das Fußballspielen immer noch ernst.Foto: Reuters

Nicht nur im neuesten Unterwäsche-Werbespot einer schwedischen Modekette macht David Beckham eine gute Figur. Auch sportlich hat der Glamour-Boy des Fußballs noch immer mehr zu bieten, als ihm vor seinem Engagement bei Paris Saint-Germain viele zugetraut hatten. „Es war nichts Neues, dass die Leute dachten, ich wäre geholt worden, um die Trikotverkäufe anzukurbeln. Das war schon in Manchester, Madrid und in Mailand so“, sagte Beckham vor seinem möglichen Champions-League-Comeback im Achtelfinal-Rückspiel am Mittwoch gegen den FC Valencia. „Jedes Mal haben sie dann nach ein paar Spielen festgestellt, dass ich noch etwas kann.“

In seinen ersten drei Spielen für den französischen Tabellenführer hat der 37 Jahre alte Mittelfeldspieler bewiesen, dass er nicht nur medial, sondern auch sportlich eine Verstärkung ist. „ Ich fühle mich gut und kann es kaum erwarten, nach so vielen Jahren wieder ganz oben mitzuspielen“, sagte Beckham. Den 2:1-Hinspielsieg hatte er von der Tribüne mitverfolgt. Zuschauen muss diesmal Zlatan Ibrahimovic. Der Pariser Stürmer hatte in Valencia wegen eines groben Fouls in der Nachspielzeit die Rote Karte gesehen. Da auch Marco Verratti ausfällt, könnte Beckham mehr als ein halbes Jahrzehnt nach seinem letzten Startelfeinsatz für Real Madrid in der Saison 2006/2007 von Beginn an im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden.

Auch PSG macht nach acht Jahren Abwesenheit Eindruck in der Champions League. Mit sechs Siegen bei nur einer Niederlage haben die Pariser bislang die beste Bilanz aller Klubs im aktuellen Wettbewerb. Am Mittwoch will der Klub nun seine peinliche fünfte Saisonniederlage bei Aufsteiger Stade Reims vom Samstag möglichst schnell vergessen machen. Dass Sportdirektor Leonardo die Niederlage mit den Worten „unser Team ist weniger für die Liga, als für Europa gemacht“ kommentierte, sorgte allerdings für Irritationen im Verein. Die kritischen Begleittöne der Achtelfinal-Begegnung blenden die Verantwortlichen hingegen aus.

Paris gegen Valencia – diese Paarung gäbe es nicht, wenn bereits die Regeln für das Financial Fair Play greifen würden. Damit will der Dachverband Uefa die finanzielle Maßlosigkeit im europäischen Vereinsfußball aufhalten. Valencia ist mit 400 Millionen hoch verschuldet. Und auch PSG, das seit dem Einstieg von Investoren aus Katar vor zwei Jahren 248 Millionen Euro in den Transfermarkt pumpte, müsste künftig mit empfindlichen Strafen rechnen. Die Franzosen immerhin arbeiten daran, ihre Ausgaben durch reguläre Einnahmen zu decken. Seit der Verpflichtung von Ibrahimovic verzeichnete der Klub Mehreinnahmen von 20 Prozent – ein Wert, der seit der Ankunft Beckhams abermals nach oben schnellte. (dpa)

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