Sport : Mehr als schön

Durch den 2:1-Heimsieg gegen Schalke 04 entfernt sich der SC Freiburg erst einmal von den Abstiegsrängen

Christoph Kieslich

Freiburg. Volker Finke war bester Laune: „Schön, dass wir ein bisschen Abstand nach hinten haben“, sagte der Trainer des SC Freiburg. Nach dem 2:1 (1:1)-Heimsieg gegen Schalke 04 ist der Aufsteiger endgültig in der Fußball-Bundesliga angekommen. Vorläufig haben die Freiburger nichts mit dem Abstiegskampf zu tun, und dem SC-Trainer bleiben lästige Diskussionen erspart: „Uns wird ja immer nachgesagt, wir könnten nur schön spielen.“ Gegen Schalke glückte Freiburg eine Mischung aus geschicktem Zweikampfverhalten und quirliger Offensive. Beide Treffer resultierten zwar aus ruhenden Bällen, dafür erarbeiteten sich die Freiburger mit Spielwitz eine Reihe bester Chancen. Zlatan Bajramovic, einer der besten auf Freiburger Seite, nutzte nach nur 130 Sekunden Andreas Zeyers Freistoßflanke per Kopf zu seinem vierten Saisontreffer, wobei Tomasz Waldoch schlecht aussah.

Den Ausgleich zehn Minuten später erzielte Dario Rodriguez, den Sascha Riether nicht am Kopfball hindern konnte. Ein Foul von Anibal Matellan an Alexander Iaschwili in der 39. Minute hatte doppelte Wirkung: Der daraus resultierende Strafstoß führte zum 2:1, und der nun Gelb-belastete Matellan wurde in der 51. Minute nach wiederholtem Foul an Iaschwili vom Platz gestellt. In Unterzahl waren die Gäste bei hochsommerlichen Temperaturen im ausverkauften Dreisamstadion überfordert.

Die Schalker verschanzten sich auch nach dieser neuerlichen Enttäuschung hinter stereotypen Erklärungen: viele Verletzte, viele Neue, eine Mannschaft im Umbruch und mit neuer Spielanlage. In Freiburg blieben die Schalker – mit Ausnahme einer guten Phase nach dem Ausgleich – wieder hinter ihren Ansprüchen zurück. „Die Kopfballstärke war eigentlich ihr einziges Mittel“, stellte Freiburgs Kapitän Richard Golz fest.

Jupp Heynckes, der neue Trainer, sagte: „Die Automatismen fehlen noch. Wir werden hart arbeiten müssen, um Konstanz und Zuverlässigkeit zu verbessern.“ Härter wollte er seine Mannschaft nach der Niederlage nicht angehen. Bedrohlicher wirkten da schon die Äußerungen von Sportdirektor Andreas Müller: „Wir müssen aufpassen. Leverkusen ist ein warnendes Beispiel.“ Die Aussicht auf gehaltvolleren Fußball, die sich mit der Verpflichtung von Heynckes verbunden hatte, ist bisher eine unerfüllte Hoffnung geblieben.

Dabei hätte die Niederlage noch weitaus schmerzhafter ausfallen können, wenn die Freiburger nur die Hälfte ihrer glasklaren Chancen, darunter einen Pfostenschuss von Bajramovic, genutzt hätten. Allein Soumaila Coulibaly, der von Schmerzen geplagt war, hätte das Ergebnis noch höher gestalten können, er scheiterte aber im Zweifelsfall an Schalkes Torhüter Frank Rost. Obwohl der Malier Freiburgs Elfmeterschütze ist, trat Levan Zkitischwili gestern den Strafstoß. Coulibaly ließ sich in der Zwischenzeit eine Kopfschmerztablette reichen. „Die drei Punkte werden mir helfen, schnell gesund zu werden“, sagte er.

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